Chemnitz kauft für 10.000 Euro Mountainbikes, aber nutzt sie nie

2010 präsentierte sich die Fahrradstaffel. Zum Radeln kommt der Stadtordnungsdienst selten.
2010 präsentierte sich die Fahrradstaffel. Zum Radeln kommt der Stadtordnungsdienst selten.  © Peter Zschage

Chemnitz - Fahrradstaffel im Stillstand: Der Stadtordnungsdienst (SOD) benutzte seine Moutainbikes 2016 null Mal, 2017 nur zwei Mal. Die vier Räder hatten 2010 rund 10.000 Euro gekostet.

Statt wie 2010 geplant, Hundehaufen hinterherzuhecheln, halten Migranten die Stadt-Sherriffs auf Trab. "Der SOD hat seine Kräfte in den letzten beiden Jahren im Kernbereich der Innenstadt konzentriert", so Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) auf Pro-Chemnitz-Anfrage.

Eigentlich sollte die Fahrradstaffel Häufchensündern und Dreckspatzen, die ihren Müll in Grünanlagen abladen, den Kampf ansagen.

Auch sonst behandelt das Rathaus das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel eher stiefmütterlich. Derzeit verfügen die Ämter über 14 Drahtesel - bei insgesamt rund 4000 Mitarbeitern, fand Stadtrat Bernhard Herrmann (50, Grüne) heraus.

In diesem Jahr soll zudem kein neues Fahrrad angeschafft werden. Ob und wie die Fahrräder genutzt werden - dazu gibt es keine Statistik.

Die kommunalen Töchter strampeln sich mehr ab: Das Wohnungsunternehmen GGG verfügt über 17 Fahrräder. Die ASR-Beschäftigten können vier Bikes nutzen, der ESC hat sieben Fahrräder in seinen Diensten.

Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) konzentriert den Stadtordnungsdienst in der City.
Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) konzentriert den Stadtordnungsdienst in der City.  © Härtelpress
Im Rathaus gibt es nur 14 Dienstfahrräder, fand Bernhard Herrmann (50, Grüne) heraus.
Im Rathaus gibt es nur 14 Dienstfahrräder, fand Bernhard Herrmann (50, Grüne) heraus.  © Sven Gleisberg

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0