"2500 Leute mit Hitlergruß": Ex-Eintracht-Star Boateng entsetzt über Chemnitz

Frankfurt - Der ehemalige Offensivmann von Eintracht Frankfurt, Kevin-Prince Boateng (31), ist ein schillernder Spaßvogel - auf wie abseits des Platzes. Doch wenn es um ernste Themen geht, kann der mittlerweile wieder in der Serie A kickende Lebemann auch ganz andere Töne anschlagen

Kickt mittlerweile in der Serie A bei US Sassuolo Calcio: Ex-Eintracht-Profi Kevin-Prince Boateng.
Kickt mittlerweile in der Serie A bei US Sassuolo Calcio: Ex-Eintracht-Profi Kevin-Prince Boateng.  © DPA

So nutzte der 31-Jährige die Gelegenheit seine persönliche Meinung über die Vorfälle in Chemnitz, vor allem die ausufernde rechte Hetze in Folge des tödlichen Messer-Angriffs auf Daniel H. (†35/TAG24 berichtete) kundzutun. Der Bild gegenüber äußerte er sich im Interview wie folgt: "Dass so etwas zugelassen wird und dass es immer mehr wird, ist alarmierend! Wir müssen ganz schnell wach werden, wir müssen dagegen was machen", so Boateng.

Das Thema Ausländerfeindlichkeit und vor allem der Kampf dagegen begleiteten Boateng quasi durch seine gesamte Karriere hinweg. So verließ er im Januar 2013, damals noch im Dress des AC Mailand, abrupt den Platz, als er im Verlauf eines Testspiels mit Affenrufen bepöbelt wurde. Diese Courage animierte letztlich auch das restliche Team dazu, das Feld zu räumen.

Aufgrund seines großen Engagements beim Thema Fremdenhass, war es kaum verwunderlich, dass Boateng sich absolut fassungslos ob der Geschehnisse in Sachsens drittgrößter Stadt zeigen würde. "Du kannst denen doch nicht diese Bühne geben. Da laufen 2500 Leute mit Hitlergruß durch Chemnitz, diese Bilder und Videos gehen in die Welt. Die nutzen eine ganze Stadt schamlos als Projektionsfläche für ihre Umtriebe aus, aber da musst du zumachen, das darfst du nicht einfach so akzeptieren", so der 31-Jährige weiter.

Eine Vielzahl rechtsgerichteter Demonstranten war in Folge der tödlichen Messer-Attacke auf die Straße gegangen, sechs Verdächtige wurden mittlerweile wegen Zeigen des Hitlergrußes identifiziert.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung kann laut Boateng nur konsequente Bestrafung sein: "Das, was die machen, ist ja gegen das Gesetz, da müssen die eben eine Strafe bekommen – ganz einfach".

Boateng kritisierte die Vorfälle in Chemnitz aufs Schärfste.
Boateng kritisierte die Vorfälle in Chemnitz aufs Schärfste.  © dpa/Jan Woitas

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