Mit einer bestimmten Änderung: So schafft Chemnitz die Energiewende

Chemnitz - Bis 2029 soll der Ausstieg aus der Braunkohle in Chemnitz vollzogen werden.

Blick über die aktuelle Baustelle am Heizkraftwerk Nord.
Blick über die aktuelle Baustelle am Heizkraftwerk Nord.  © Uwe Meinhold

Die Versorgung mit Wärme und Strom von rund 400.000 Haushalten wird dann von zwei sogenannten Motorenheizkraftwerken (MHKWs) und einem Holzheizkraftwerk gesichert.

Die MHKWs entstehen an den bisherigen Standorten Heizkraftwerk Nord und Heizkraftwerk Altchemnitz. Hier sollen zukünftig zwölf bis 13 riesiger Verbrennungsmotoren stehen, die jeweils etwa 150 Tonnen wiegen.

Diese drehen sich und verbrennen dabei Gas. Durch die Drehung der Motoren entsteht Strom, bei der Verbrennung der Gase sogenannte Abwärme, die zu Fernwärme umgewandelt wird und schließlich in den Wohnungen genutzt werden kann.

"Mit dieser neuen Technologie ist die Wärme- und Stromversorgung für die Chemnitzer bis 2040 gesichert", sagt Roland Warner (55), Vorsitzender der Geschäftsführung von Eins Energie.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig begeistert

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD), Vizekanzler Olaf Scholz (61, SPD) und Staatsminister Martin Dulig (45, SPD) lassen sich die Pläne zur Energiewende in Chemnitz erklären.
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD), Vizekanzler Olaf Scholz (61, SPD) und Staatsminister Martin Dulig (45, SPD) lassen sich die Pläne zur Energiewende in Chemnitz erklären.  © Uwe Meinhold

Im Vergleich zur alten Technik würde sich der CO2-Ausstoß um 60 Prozent verringern. Und während die alten Kohlekessel nach einer Abschaltung erst nach sechs Stunden wieder einsatzfähig sind, fahren die neuen Motoren schon innerhalb von 30 Sekunden hoch.

Um die Energieversorgung umweltfreundlicher zu gestalten, wird viel Geld in die Hand genommen: In den nächsten fünf Jahren investiert Eins über 200 Millionen Euro, bis 2029 sollen es noch mal 200 Millionen Euro sein.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD) und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (45, SPD) überzeugten sich Dienstag bei einem Besuch auf der Baustelle fürs Motorenheizkraftwerk an der Blankenburgstraße von den Plänen.

Dulig war begeistert: "Respekt! Während andere Städte in Sachsen noch über die Energiewende reden, handelt Chemnitz schon."

Das wird das neue Motorheizkraftwerk Nord

So soll das neue Motorenheizkraftwerk an der Blankenburgstraße im Jahr 2022 aussehen.
So soll das neue Motorenheizkraftwerk an der Blankenburgstraße im Jahr 2022 aussehen.  © eins/gicon

Das neue Motorheizkraftwerk Nord an der Blankenburgstraße wird zukünftig ein wichtiger Bestandteil bei der neuen Wärme- und Energieversorgung in Chemnitz.

2020 sollen die Bauarbeiten für die neuen Anlagen beginnen. Sieben oder acht Verbrennungsmotoren werden dann hier entstehen. Aktuell laufen am alten Standort des allerersten Kohlekraftwerks der Stadt für dieses Vorhaben schon die Vorbereitungen.

Die alten Fundamente werden herausgerissen, damit das Motorheizkraftwerk einen stabilen Untergrund bekommt. Schon 2022 soll das neue Werk in Betrieb genommen werden.

2023 geht der erste Kohleblock vom Netz, der zweite folgt voraussichtlich 2029, eventuell schon früher - je nach verfügbaren Mitteln.

Bagger tragen derzeit das Fundament des alten Kohlekraftwerks ab.
Bagger tragen derzeit das Fundament des alten Kohlekraftwerks ab.  © Uwe Meinhold

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