"Ich habe das Motorrad nicht gesehen": Todesfahrer verurteilt!

Chemnitz/Königshain-Wiederau - Einen kurzen Moment war Michael E. (69) unaufmerksam, übersah den entgegenkommenden Biker Philip T. (20), der fast ungebremst in seinen Mercedes rauschte (TAG24 berichtete).

Michael E. (69) saß am Steuer der Mercedes E-Klasse. Weil er links abbog, obwohl das Motorrad heranrauschte, muss er 4800 Euro Geldstrafe zahlen.
Michael E. (69) saß am Steuer der Mercedes E-Klasse. Weil er links abbog, obwohl das Motorrad heranrauschte, muss er 4800 Euro Geldstrafe zahlen.  © Harry Härtel/Haertelpress

Der Biker verstarb noch am Unfallort auf der B107 bei Wiederau. Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Rentner am Dienstag am Landgericht Chemnitz zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt.

"Ich habe das Motorrad nicht gesehen", so Michael E. Seine Frau (67), sie war am 22. April 2018 Beifahrerin, hatte den Biker ebenfalls nicht kommen sehen.

Ein Gutachter widerspricht: "Man hätte seine Silhouette erkennen müssen." Das Ehepaar wollte gerade abbiegen, als es krachte.

Opfer Philip T. war nicht ganz unschuldig am Crash: Er hätte die Aprilia gar nicht fahren dürfen. Laut Gutachter war die Drosselung entfernt worden, statt 34 PS hatte die Maschine 125 PS.

Erst eine Woche später hätte T. die nötige Fahrerlaubnis gehabt. Außerdem war er 30 km/h zu schnell.

Mit etwa 90 km/h knallte der Biker in den Mercedes. Der erst 20 Jahre alte Philip T. verstarb noch an der Unfallstelle.
Mit etwa 90 km/h knallte der Biker in den Mercedes. Der erst 20 Jahre alte Philip T. verstarb noch an der Unfallstelle.  © Harry Härtel/Haertelpress

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