Kommen jetzt Fahrverbote für Diesel-Autos?

Luftmess-Station des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.
Luftmess-Station des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.  © Jochen Tack

Chemnitz - Kommen jetzt Fahrverbote für Diesel-Autos in deutschen Großstädten? Nach dem enttäuschenden Diesel-Gipfel von Politik und Autoindustrie in Berlin warnt der SPD-Landtagsabgeordnete Jörg Vieweg (46) aus Chemnitz: "Fahrverbote dürfen auch in Chemnitz nur das letzte Mittel sein. Ich bin gegen solche Scheinlösungen."

Auf dem Gipfel hatte die Industrie zugesagt, gut fünf Millionen Selbstzünder-Autos mit einem Software-Update sauberer zu machen.

"Lächerlich", nennt Jörg Vieweg dieses Ergebnis. "Die Autohersteller haben noch nicht begriffen, dass es um die Zukunft einer ganzen Branche und um Hunderttausende Arbeitsplätze geht."

Der Politiker fordert, dass die Industrie die Dieselmotoren so umbaut, "dass sie nicht mehr stinken, weniger Stickoxide ausstoßen". Kosten müssten die Hersteller tragen, "die haben die Verbraucher belogen und betrogen".

Jörg Vieweg denkt beim Fahrverbot besonders an Handwerker und mittlere Betriebe: "Sie sind für die Versorgung der Innenstädte zuständig. Da kann man ihnen nicht den Zutritt verwehren. Wir werden das Thema Luftreinhaltung im Stadtrat wieder ansprechen."

CDU-Stadträtin und Landtagsabgeordnete Ines Saborowski (50) sieht es ähnlich: "Chemnitz ist eine Autostadt. Ein Dieselfahrverbot würde hier nie funktionieren. Man sollte auch nicht gleich eine ganze Branche so beschmutzen."

"Der Diesel ist - bis es praktikable, alternative und ausgereifte Antriebe gibt - bislang unverzichtbar."

Titelfoto: Jochen Tack


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