CDU vor AfD und Linke: So hat Chemnitz gewählt

Chemnitz - Der lange Wahlsonntag in Chemnitz ist vorbei, bis tief in die Nacht wurden die Stimmen ausgezählt. Nun liegt ein vorläufiges Ergebnis vor.

Lange Gesichter im Rathaus: Die SPD von OB Barbara Ludwig kam bei der Wahl nur auf ein vorläufiges Ergebnis von 11,65 Prozent.
Lange Gesichter im Rathaus: Die SPD von OB Barbara Ludwig kam bei der Wahl nur auf ein vorläufiges Ergebnis von 11,65 Prozent.  © Kristin Schmidt

Mitten in der Nacht postete die Stadtverwaltung das Ergebnis der Auszählung der 173 Wahlbezirke:

CDU: 19,93 Prozent (13 Sitze)

AfD: 17,91 Prozent (11 Sitze)

Die Linke: 16,74 Prozent (10 Sitze)

SPD: 11,65 Prozent (7 Sitze)

Grüne: 11,51 Prozent (7 Sitze)

Pro Chemnitz: 7,68 Prozent (5 Sitze)

FDP: 7,39 Prozent (4 Sitze)

Die Partei: 2,96 Prozent (1 Sitz)

Vosi: 2,27 Prozent (1 Sitz)

Chemnitz für Alle: 1,97 Prozent (1 Sitz)

Herbe Verluste für CDU, Linke und SPD

Die bisher stärksten Kräfte im Chemnitzer Stadtrat büßten bei der Wahl deutlich ein. Die CDU kam dabei noch mit einem blauen Auge davon und verlor nur rund fünf Prozent im Vergleich zur Wahl 2014. Die Linken müssen dagegen einen Verlust von über sieben Prozent und die SPD von mehr als acht Prozent verkraften.

Aber nicht nur die großen Parteien verloren massiv Stimmen, auch die Vosi und "Chemnitz für alle" (zu denen unter anderem Mitglieder der "Piraten" gehören), blieben hinter dem Ergebnis von vor fünf Jahren.

Wie zu erwarten, kann sich die AfD dagegen über einen enormen Stimmgewinn freuen. Sie konnten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2014 verdreifachen. Ordentlich zulegen konnte auch Pro Chemnitz, ebenso wie die FDP und die Grünen.

Bei der Europa- und Kommunalwahl waren fast 200.000 Chemnitzer dazu aufgerufen ihre Stimmen abzugeben. In Chemnitz wurde dabei nicht nur der Stadtrat für die kommenden Jahre neu gewählt, sondern auch die acht Ortschaftsräte.

Bei der Wahlbeteiligung konnten die Verantwortlichen ein deutlich höheres Interesse feststellen, als noch bei der Wahl 2014. Nach ersten Prognosen lag die Beteiligung am gestrigen Sonntag bei 50 bis 60 Prozent. Vor fünf Jahren waren es nur 44,2 Prozent. Dem großen Interesse an der Wahl war dagegen die Webseite der Stadt Chemnitz, www.chemnitz.de zeitweise nicht gewachsen: Wer die Bekanntgabe der Ergebnisse von Europa- und Kommunalwahl verfolgen wollte, hatte teilweise Probleme die Seite zu erreichen.

Am Super-Wahlsonntag waren in Chemnitz in den 143 Wahllokalen etwa 1500 Wahlhelfer im Einsatz. Im Rathaus waren etwa 100 Mitarbeiter mit der Wahl beschäftigt.

Das endgültige Wahlergebnis wird erst am kommenden Freitag bekannt. Dann trifft sich der Stadtwahlausschuss.

Wer sitzt zukünftig im Stadtrat? Am Sonntag wurde gewählt.
Wer sitzt zukünftig im Stadtrat? Am Sonntag wurde gewählt.  © Uwe Meinhold

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