Starkes Abschneiden bei den Wahlen: Nun will AfD-Köhler Chemnitzer OB werden

Chemnitz - Das Ergebnis der Europa- und Kommunalwahl zeichnet ein klares Bild: Die rechtspopulistische AfD wird wohl eine der stärksten Kräfte im Chemnitzer Rathaus.

Will neuer Oberbürgermeister werden: Nico Köhler, AfD.
Will neuer Oberbürgermeister werden: Nico Köhler, AfD.  © Sylvio Hoffmann

Mit 23,5 Prozent in Europa - AfD-Politiker Nico Köhler (43) schmiedete noch am Wahlabend auf dem Rathausbalkon große Pläne: "2020 ist in Chemnitz Oberbürgermeisterwahl. Ich wäre bereit, anzutreten. Und ich kann mir, Stand jetzt, auch Chancen ausrechnen, Barbara Ludwig abzulösen."

Superstimmung über das eigene Wahlergebnis herrschte auf der Grünen-Wahlparty im Bürgertreff "All-In". Mitglied Ramona Bothe-Christl (55) gestand: "Bei der ersten Hochrechnung für Europa habe ich geweint." Grünen-Landespolitiker Volkmar Zschocke (49) jubelte: "Ein sensationelles grünes Ergebnis. Wir kämpfen weiter für den Klimaschutz."

Als sich der rechte Trend abzeichnete, wurden viele Gesichter im Ratssitzungssaal immer länger. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD) sagte trocken: "Der Wähler hat entschieden, wir haben das zu respektieren." Sichtlich enttäuscht zeigte sich auch ihr Parteikollege, SPD-Fraktions-Chef Detlef Müller (54). "Offensichtlich ist es uns nicht gelungen, genügend Leute mit Fakten zu erreichen. Andere Parteien, insbesondere die AfD, haben sich mit ihren Themen in den Vordergrund gespielt."

Susanne Schaper (41, Linke) konnte sich das schlechte Abschneiden der Linken kaum erklären: "Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen." Danielle Tändler von "Chemnitz für alle" freute sich über die gute Wahlbeteiligung. Und Sebastian Cedel (35) jubelte über das gute Abschneiden der "Partei": "Das ist der Beginn der Machtübernahme."

Gespannt warteten Politiker und Bürger im Ratssitzungssaal auf die ersten Ergebnisse.
Gespannt warteten Politiker und Bürger im Ratssitzungssaal auf die ersten Ergebnisse.  © Sylvio Hoffmann
Die Machtverhältnisse im Chemnitzer Rathaus haben sich verändert.
Die Machtverhältnisse im Chemnitzer Rathaus haben sich verändert.  © Klaus Jedlicka

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