Firmen rechnen mit Konjunktur-Delle: Droht Chemnitz Pleitewelle?

Chemnitz - Wie hart trifft der Abschwung die Region Chemnitz? Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel prophezeite für 2019 eine Pleitewelle, von der vor allem Automobilzulieferer und Handel betroffen sein sollen.

Die Umstellung auf Elektroautos bei VW bringt Zuliefererbetriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Die Umstellung auf Elektroautos bei VW bringt Zuliefererbetriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten.  © dpa/Jan Woitas

"Durch den Wandel zur Elektromobilität stehen wir tatsächlich vor einer Umbruchsituation, bei der es Gewinner und Verlierer geben wird", bestätigt Christoph Neuberg (43), IHK-Geschäftsführer Standortpolitik. "Wir haben im Kammerbezirk Chemnitz 20 Unternehmen, die gegenwärtig durch den Werksumbau von VW massive Probleme haben."

Zur Panikmache bestünde allerdings kein Anlass: "Mittelfristig werden in der Branche nahezu genauso viele Arbeitsplätze entstehen wie wegfallen", so Neuberg. Das größte Problem der Firmen bestehe zurzeit darin, dass sie trotz Auftragsflaute ihre Fachkräfte nicht verlieren wollen.

Auch beim Handel könnte die Stimmung trotz brummenden Weihnachtsgeschäftes besser sein: "Die Erwartungen für 2019 sind deutlich gedämpft", so Berth Rothe, IHK-Referatsleiter Handel.

"Die Verkaufsfläche liegt in Chemnitz bei rund elf Prozent über dem Bundesdurchschnitt, die Kaufkraft nur bei 90 Prozent." Insolvenzgefährdet seien trotzdem eher Standorte in kleinen und mittelgroßen Städten: "Da gilt es gegenzusteuern."

Christoph Neuberg (43), IHK-Geschäftsführer Standortpolitik, müht sich um Lösungen für Autozulieferer.
Christoph Neuberg (43), IHK-Geschäftsführer Standortpolitik, müht sich um Lösungen für Autozulieferer.  © Maik Börner

Titelfoto: Maik Börner


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