Neuer Trend beim Chemnitzer Kürschner: Öko-Pelze kommen in Mode

Chemnitz - Bunt gefärbt, federleicht geschoren, modisch mit Stoff kombiniert - Mode mit dem lange umstrittenen Rohstoff Pelz hat das Oma-Image abgelegt und glänzt dank neuem Öko-Label auch mit einem gutem Gewissen.

Kürschnerin Jessica Macuacua (25) trägt einen Persianermantel mit gelbgefärbtem Blaufuchs. Die Pelze links und rechts von ihr sind Rofuchs - einmal Natur und einmal blau gefärbt.
Kürschnerin Jessica Macuacua (25) trägt einen Persianermantel mit gelbgefärbtem Blaufuchs. Die Pelze links und rechts von ihr sind Rofuchs - einmal Natur und einmal blau gefärbt.  © Kristin Schmidt

Der neueste Trend sind Workshops für alle beim Kürschner. Die Handwerksinnung Mittelsachsen, zu der zehn Handwerksbetriebe zwischen Chemnitz und Potsdam gehören, geht neue Wege: "Mit dem Label 'We Pefur' (steht für: wir bevorzugen Pelz, d. Red.) kann jeder sicher sein, ein ökologisch bearbeitetes Produkt aus waidgerechter Jagd zu erhalten.

In Deutschland werden jährlich allein rund 500 .00 Rotfüchse geschossen, dazu invasive Arten wie Waschbär oder Marderhund. Das Fell ist ein Rohstoff, den wir auch nutzen sollten", sagt Obermeister Jürgen Förster (64).

Für die Verarbeitung von Pelz interessieren sich neuerdings auch immer mehr Laien. In Rötha bei Leipzig bietet die Werkstatt Meinelt jeden ersten Samstag im Monat Workshops für jedermann an, die stets ausgebucht sind. (Anmeldung unter Telefon: 034206/54775).

Auch der Chemnitzer Kürschner Charles Ahlefeld (68) plant im kommenden Sommer Kurse für Laien: "Da können beispielsweise aus Erbstücken kleine modische Accessoires entstehen."

Parallel dazu setzt er auf modische Innovationen: "Pelz wird jetzt gerade in das Ausbildungsprogramm der Designer an der Kunsthochschule Schneeberg aufgenommen. Das ist ein wichtiger Schritt."

Isabelle Ahlefeld (25) hat die Kürschnerei in der Hartmannstraße von ihrem Vater Charles Ahlefeld (68) übernommen.
Isabelle Ahlefeld (25) hat die Kürschnerei in der Hartmannstraße von ihrem Vater Charles Ahlefeld (68) übernommen.  © Kristin Schmidt
Die Nähte im Fell entstehen an Spezialnähmaschinen und sind nur auf der Rückseite sichtbar.
Die Nähte im Fell entstehen an Spezialnähmaschinen und sind nur auf der Rückseite sichtbar.  © Kristin Schmidt
Das Label "We prefur" steht für Pelze aus waidgerechter Jagd in Deutschland.
Das Label "We prefur" steht für Pelze aus waidgerechter Jagd in Deutschland.  © Kristin Schmidt

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