Kunstsammlungs-Chef zieht Bilanz: "Wir müssen uns noch mehr anstrengen"

Chemnitz - Frischer Wind in den Kunstsammlungen: Neun Monate nach dem Ausscheiden von Ingrid Mössinger zieht der neue Generaldirektor Frédéric Bußmann (41) erstmals Bilanz - und verrät, was Kunstfreunde 2019 erwartet.

Im Museum am Theaterplatz hängen schon die ersten Bilder für die neue Ausstellung "Splitter", die am Sonntag öffnet.
Im Museum am Theaterplatz hängen schon die ersten Bilder für die neue Ausstellung "Splitter", die am Sonntag öffnet.  © Uwe Meinhold

Öffnungszeiten am Abend, Führungen für Familien, Aufhebung des Fotografierverbotes, mehr Präsenz in sozialen Netzwerken - mit dem neuen Chef gab es einige Änderungen. Zudem glänzte Chemnitz bei der Wahl der zehn wichtigsten Kunstwerke des Jahres mit der Videoinstallation "Again" von Mario Pfeifer (37).

Die Besucherzahlen honorieren das (noch) nicht: 62.589 Besucher zählten das Museum am Theaterplatz, Gunzenhauser, Villa Esche, Schloßbergmuseum und Carlfriedrich Claus Archiv 2018. "Die Zahlen sehe ich als Auftrag, dass wir uns noch mehr anstrengen müssen", sagt Frédéric Bußmann.

Erstmals gibt es eine Jahresvorschau aller fünf Museen gleichberechtigt in einem Programmheft. Dem gleichen Anspruch soll ab Frühjahr die neu gestaltete Webseite folgen.

Die Hingucker des Jahres: Der Mars von Giambologna kommt als "Gott auf Reisen" von August bis November ins Schloßbergmuseum, die einstige Sommerresidenz der Wettiner. Eine Ausstellung von Steffen Volmer (63) verwandelt die Kunstsammlungen im November zum Atelier. Besucher können dem Chemnitzer Künstler in den Ausstellungsräumen beim Zeichnen zuschauen.

Das Gunzenhauser zeigt ab September zeitgleich mit Museen in Bonn und Wiesbaden zeitgenössische Malerei von 50 jungen Künstlern. Die Werke dafür sind gerade erst im Entstehen.

Wer ist eigentlich der neue Chef?

Frédéric Bußmann (41) leitet seit neun Monaten die Chemnitzer Kunstsammlungen.
Frédéric Bußmann (41) leitet seit neun Monaten die Chemnitzer Kunstsammlungen.  © Uwe Meinhold

Kunsthistoriker Frédéric Bußmann (41) trat im Mai 2018 in große Fußstapfen. Bis zu seinem Wechsel nach Chemnitz war er als Kurator am Museum der bildenden Künste in Leipzig tätig.

Sein erklärtes Ziel ist es, ein breiteres und jüngeres Publikum in die Ausstellungen zu locken. Dafür wirbt er auch persönlich via Facebook.

Der neue Kunst-Chef steht für eine neue Gleichberechtigung der fünf Museen: ein Programmheft für alle. Ein gemeinsamer optischer Auftritt.

Der Kunstbus bringt ab nächstem Schuljahr nicht nur Schüler ins Museum an den Theaterplatz - sondern auch ins Gunzenhauser und Schloßbergmuseum.

Der Leipziger Maler David Schnell (48) entwarf für die Kunstsammlungen eine Glasmalerei, die dauerhaft in ein Fenster eingebaut wird.
Der Leipziger Maler David Schnell (48) entwarf für die Kunstsammlungen eine Glasmalerei, die dauerhaft in ein Fenster eingebaut wird.  © Uwe Meinhold
Im Museum Gunzenhauser läuft noch bis Anfang März die Ausstellung "Pinc kommt!" mit abstrakten Bildern von Rupprecht Geiger.
Im Museum Gunzenhauser läuft noch bis Anfang März die Ausstellung "Pinc kommt!" mit abstrakten Bildern von Rupprecht Geiger.  © DPA

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