Zoff um Verkehr an der "Brettmühle": "Wir verstehen unser eigenes Wort nicht mehr!"

Chemnitz - Am Rand von Chemnitz braut sich was zusammen. Die Stadt lehnt Lärmschutz an der B 169 rund um die "Brettmühle" in Ebersdorf ab. Anwohner sind empört und wollen einen Verein gründen, um sich gegen den Krach zu wehren.

Der Verkehr rauscht Tag und Nacht über die B 169 - und sorgt für Lärm.Foto: Kristin Schmidt
Der Verkehr rauscht Tag und Nacht über die B 169 - und sorgt für Lärm.Foto: Kristin Schmidt  © Kristin Schmidt

CDU-Stadtrat Michael Specht (34) hatte zuvor im Rathaus nach Lärmschutzmaßnahmen an der "Brettmühle" gefragt. Antwort: "Keine geplant." Zudem zähle die Ecke nicht zu den Schwerpunkten der Lärmbelastung - weil dort zu wenige Bürger wohnen.

Die Betroffene Viola Chigner (48) regt das auf: "Uns wäre sehr geholfen, wenn die 50er-Zone nicht nur Richtung Stadt, sondern auch auf der Gegenfahrbahn gelten würde. Am besten, man stellt Ortsschilder an die Straße." Anlieger Dieter Haase (67) kann seine Wut auf die Stadt "gar nicht in Worte fassen". Er sagt: "Wir überlegen die Gründung eines Vereins, um den Grundsatz vom gleichen Recht für alle auch hier durchzusetzen." Sauer über den Lärm seien ebenso die Gäste in der "Brettmühle", weiß die Wirtin Jeanette Buchert (50). "Wenn die Motorräder langrammeln, versteht man im Biergarten sein eigenes Wort nicht mehr. Viele fordern Blitzer."

Stadtrat Michael Specht sucht nun einen Vor-Ort-Termin mit dem Umweltamt. "Die Stadt hat sich um alle Bürger zu kümmern, auch wenn es nur wenige sind. Wenn alles nichts nützt, lade ich Rathaus-Beamte in den Biergarten der Brettmühle ein - und bringe ein Lärmmessgerät mit."

Viola Chigner (48) fordert Blitzer an der "Brettmühle".
Viola Chigner (48) fordert Blitzer an der "Brettmühle".  © Maik Börner
Dieter Haase (67) überlegt eine Vereinsgründung gegen Lärm.
Dieter Haase (67) überlegt eine Vereinsgründung gegen Lärm.  © Maik Börner

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