Kinderporno-Fotos auf Computer: Freispruch!

Chemnitz - Zufällig angeklickt oder absichtlich runtergeladen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstag das Chemnitzer Landgericht. Der Angeklagte Jens N. (49) musste sich wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften verantworten.

Freispruch für Jens N. (49). Der Angeklagte musste sich wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften verantworten.
Freispruch für Jens N. (49). Der Angeklagte musste sich wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften verantworten.  © Harry Härtel/Haertelpress (Archivfoto), Polizei Sa

"Auf dem Computer wurden 92 gelöschte kinderpornografische Bilder festgestellt", so ein IT-Forensiker. Ob die Bilder absichtlich oder automatisch auf dem Computer gespeichert wurden, ließe sich allerdings nicht rekonstruieren.

Der Verteidiger erklärte: "Mein Mandant befand sich in einer Lebenskrise, konnte nicht schlafen und hat nächtelang am Computer gehangen." Im Rahmen dieser Klickereien könne ihm mal ein solches Bild untergejubelt worden sein.

Die Staatsanwältin zeigte dafür kein Verständnis: "Es ist völlig lebensfern, dass man ungefragt, beim normalen Surfen, kinderpornografische Bilder aufgedrängt bekommt."

Die Richterin stellte klar: "Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Seiten zwar nicht zufällig aufgerufen wurden. Was Ihnen aber nicht nachzuweisen ist, ist der Besitzwille, weshalb wir Sie freisprechen."

Sie mahnte: "Trotzdem hoffe ich, dass Ihnen dieses Verfahren eine Lehre ist, genauer darauf zu achten. Jetzt sind Sie gewarnt und wissen, dass es abgespeichert wird."

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0