Er wollte einem Flüchtling helfen: Pfarrer wandert für Drogen-Handel in den Knast

Chemnitz - Trotz Beichte keine Vergebung: Pfarrer Carsten R. (49) soll kiloweise mit Drogen gehandelt haben (TAG24 berichtete).

Ex-Pfarrer Carsten R. (49) ist in acht von elf Fällen schuldig gesprochen worden und muss zweieinhalb Jahre in den Knast.
Ex-Pfarrer Carsten R. (49) ist in acht von elf Fällen schuldig gesprochen worden und muss zweieinhalb Jahre in den Knast.  © Harry Härtel / Härtelpress

Das Chemnitzer Landgericht sprach den Geistlichen am Montag schuldig.

Der suspendierte Pfarrer der St. Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde hatte gestanden: Nachdem er einem Flüchtling aus dem arabischen Raum 12.000 Euro lieh, die Summe aber nicht vollständig zurückbekam, stieg er in Hoffnung auf Rückzahlung ins Drogengeschäft ein.

Erst fuhr er den Drogendealer Assad mehrmals nach Leipzig, damit dieser dort Marihuana kaufen und anschließend in Chemnitz verkaufen konnte, später handelte er selbst.

Die Staatsanwaltschaft forderte schließlich viereinhalb Jahre Haft für den Kirchenmann. "Er hatte weder Suchtdruck, noch finanzielle Not, sondern handelte aus Gier nach mehr Geld."

Die Verteidigung hielt eine Bewährungsstrafe für angemessen. Carsten R. werde Beruf und Wohnung verlieren, sei geständig gewesen und habe geholfen weitere Straftaten aufzuklären.

Das letzte Wort des Angeklagten: "Ich möchte mich entschuldigen, bei allen, die von mir als Pfarrer enttäuscht sind." Doch Richterin Simone Herberger sprach den Pfarrer in acht von elf Fällen schuldig, verurteilte Carsten R. zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Er habe das Vertrauen seiner Gemeinde missbraucht.

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