Lebensgefahr auf gesperrten Wegen: Borkenkäfer zerfrisst den Zeisigwald

Chemnitz - In den Wäldern kreischen die Sägen: Revierförster Ullrich Göthel (50) hat Fälltrupps beauftragt, die im Zeisigwald und Rabensteiner Wald von Borkenkäfern zerfressene Fichten in Größenordnungen abholzen. "Bei einer Begehung im Zeisigwald habe ich an einer Stelle den Befall beprobt: 10.000 Käfer an einer Fichte! Es ist verheerend."

Im Zeisigwald fällen Waldarbeiter unweit vom Weißen Weg kranke Fichten.
Im Zeisigwald fällen Waldarbeiter unweit vom Weißen Weg kranke Fichten.  © Ralph Kunz

Der Förster mahnt Spaziergänger dringend zur Vorsicht: "Wenn Waldwege gesperrt sind, muss das unbedingt beachtet werden. Wegen der vielen abgestorbenen Bäume können spröde, tote Äste bei Fällungen wie Geschosse durch den Wald fliegen. Im Bereich von 60 Metern herrscht da absolute Lebensgefahr."

Weil die Forstfirmen hoffnungslos überlastet sind, bleiben viele Holzstapel vorerst in den Wäldern liegen. Göthel: "Damit die in der Rinde sitzenden Borkenkäfer bis zum Abtransport nicht ausfliegen, werden die Stämme mit einem Insektizid behandelt. Deshalb sollten Holzstapel von Spaziergängern nicht angefasst werden."

Die Zukunft des Chemnitzer Waldes sieht nach Einschätzung des Försters düster aus: "Hohe Temperaturen, viel zu wenig Niederschläge in den vergangen beiden Jahren und der Käferbefall haben dramatische Auswirkungen. Es scheint ein Kipp-Punkt erreicht. Die Fichte im Zeisigwald scheint flächig abzusterben."

Revierförster Ullrich Göthel (50) schält ein Stück Rinde ab, um die Zahl der Borkenkäfer im Baum abzuschätzen.
Revierförster Ullrich Göthel (50) schält ein Stück Rinde ab, um die Zahl der Borkenkäfer im Baum abzuschätzen.  © Ralph Kunz
Wegen Fällungen werden nahe Waldwege derzeit sicherheitshalber abgesperrt.
Wegen Fällungen werden nahe Waldwege derzeit sicherheitshalber abgesperrt.  © Ralph Kunz

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