Endzeitstimmung im Freizeitpark: Wagners "Lohengrin" in Chemnitz gefeiert

Chemnitz - Mein lieber Schwan ... was für ein Operabend: Am Samstag feierte im Chemnitzer Opernhaus (Theaterplatz 2) Richard Wagners (1813-1883) "Lohengrin" Premiere. Trotz düsterer, moderner Optik begeisterte die Inszenierung das Publikum.

Die Intrige von Telramund und dessen Frau beginnt zu wirken: Die Beziehung von Elsa (Cornelia Ptassek) und Lohengrin (Mirko Roschkowski) bekommt Risse.
Die Intrige von Telramund und dessen Frau beginnt zu wirken: Die Beziehung von Elsa (Cornelia Ptassek) und Lohengrin (Mirko Roschkowski) bekommt Risse.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Elsa von Brabant wird von dem machtgierigen Graf Telramund des Mordes an ihrem Bruder Gottfried angeklagt. König Heinrich, der eigentlich ein Heer für einen Krieg gegen Ungarn sammelt, will ein Gottesurteil durch einen Zweikampf.

Für Elsa tritt ein mysteriöser Held (Lohengrin) an, siegt und gewinnt sie als Frau. Seine Bedingung: Elsa darf ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen. Doch Telramund und seine Frau geben sich nicht so schnell geschlagen und wollen Rache. Sie verwickeln Elsa in eine Intrige ...

Der Andorraner Regisseur Joan Anton Rechi verlegt die Handlung von Wagners romantischer Oper in einen verfallenen Freizeitpark (Bühne: Sebastian Ellrich). Bildgewaltig und voller Symbolkraft inszeniert er das viereinhalb Stunden lange Stück und vereint die klassische Oper und moderne Elemente, ohne, dass es langweilig wird. Die düstere Endzeitstimmung zwischen den Achterbahn-Ruinen nimmt dabei die drohende Katastrophe schon vorweg.

Das Ensemble läuft dabei zu Höchstformen auf, allen voran die Münchner Sopranistin Cornelia Ptassek als Elsa und Mirko Roschkowski als Lohengrin. Aber auch Martin Bárta und Stéphanie Müther (wie auch Cornelia Ptassek in Chemnitz schon aus der "Götterdämmerung" bekannt) als intrigante Gegenspieler Telramund und dessen Frau Ortrud stehen ihnen in nichts nach.

"Bravos" und Standing Ovations für "Lohengrin"

König Heinrich (Magnus Piontek) mit Lohengrins Schwan.
König Heinrich (Magnus Piontek) mit Lohengrins Schwan.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Hoheitsvoll, doch auch etwas cholerisch: Magnus Piontek als Heinrich. Unterstützt werden die Sänger von einem (stimm-)gewaltigen Opernchor.

Ebenso viel Begeisterung wie das Ensemble erntete die Philharmonie, die unter der Leitung von Generalmusikdirektor Guillero García Calvo die imposante Musik Wagners zum Leben erweckt.

Nachdem bei der Premiere der Vorhang gefallen war, wurde es noch einmal laut, diesmal im Zuschauerraum. Das Publikum feierte die Inszenierung mit vielen "Bravos", bis hin zu Standing Ovations.

Die nächste Vorstellung von "Lohengrin" im Opernhaus ist am 1. Februar um 18 Uhr. Karten gibt es ab 29 Euro.

Elsa von Brabant (Cornelia Ptassek) wird des Brudermordes angeklagt.
Elsa von Brabant (Cornelia Ptassek) wird des Brudermordes angeklagt.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

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