Mädchen (13) attackiert: Gericht mildert Strafe gegen den Schläger ab

Chemnitz - War es Rassismus oder Notwehr? Johnny M. (31) soll die Deutsch-Türkin Hatice A. (13) angespuckt und getreten haben.

Johnny M. (31) musste sich am Mittwoch wegen Körperverletzung vor dem Chemnitzer Landgericht verantworten.
Johnny M. (31) musste sich am Mittwoch wegen Körperverletzung vor dem Chemnitzer Landgericht verantworten.  © Härtelpress

Wegen Körperverletzung hatte das Amtsgericht den Chemnitzer bereits zu einem Jahr Knast verurteilt. Er ging in Berufung. Am Mittwoch wurde am Landgericht neu verhandelt.

An einem Nachmittag im Januar 2018 war Johnny M. mit zwei Freunden Bier trinken. Auf dem Rückweg kam es an der Zentralhaltestelle zum Streit zwischen den Männern. Eine Clique aus Kindern und Jugendlicher mischte sich ein.

Zeugin Lineé B. (17): "Wir waren um die 20 Stadtkinder, die nach der Schule immer an der Zenti waren und dort bis abends geblieben sind." Ein Teil der Gruppe habe Johnny M. umzingelt. Schließlich habe er Hatice A. angespuckt, beleidigt und in den Bauch getreten. "Dann kam der Krankenwagen."

Laut Verteidiger sollen die Jugendlichen den 31-Jährigen bedrängt haben, die Situation habe sich hochgeschaukelt. Der Angeklagte habe sich lediglich gewehrt, dabei das Mädchen getroffen. "Er wusste sich nicht anders zu helfen, um da rauszukommen." Da es sich um Notwehr handle, forderte er Freispruch.

Das sah der Staatsanwalt anders: "Eine angemessene Verteidigung sehe ich hier nicht." Es seien schließlich Kinder gewesen. Richter Michael Mularczyk urteilte dennoch gnädig.

Trotz einschlägiger Vorstrafen wegen Körperverletzungen milderte er die Strafe ab: drei Monate Haft, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung.

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