Mama mit 14! "Bitte nehmt mir mein Kind nicht weg"

Chemnitz - Guter Hoffnung und doch voller Angst: Nelly bringt wahrscheinlich am Sonntag ihr Kind zur Welt. Ob die 14-Jährige den kleinen Ben behalten kann? Jein! Denn das Jugendamt hat offenbar andere Pläne.

Am Sonntag soll geboren werden. Mama Nelly (14) macht sich Sorgen, ob sie ihr Kind behalten kann.
Am Sonntag soll geboren werden. Mama Nelly (14) macht sich Sorgen, ob sie ihr Kind behalten kann.  © Klaus Jedlicka

Mutter mit 14. "Ich war unvorsichtig", räumt Nelly unumwunden ein. "Aber ich will dafür geradestehen." Eine Abtreibung sei nicht infrage gekommen. Sie will Mama sein für ihren kleinen Sohn, was nicht einfach ist. Nelly geht in die 9. Klasse. Schule und Mutter - eine große Belastung.

Oma Bärbel Triebel (69) will einspringen. "Ich bin gelernte Krankenschwester, habe 45 Jahre lang bis 2013 gearbeitet - und Krankenschwester bleibt man immer", so die Rentnerin. "Außerdem haben wir das Kinderzimmer frei."

Das Jugendamt bescheinigte im März: "Sie sind als Pflegefamilie für Nelly geeignet." Die Triebels haben ein Häuschen im Grünen. "Ideale Bedingungen für die beiden", sagt Bärbel, die selbst zwei Kinder aufgezogen hat.

Das Jugendamt sieht das anders. Nelly soll mit ihrem Sohn in eine Mutter-Kind-Einrichtung. In einem Protokoll heißt es: "Wenn Nelly die Hilfe ablehnt, wird das ungeborene Kind Ben von Nelly nach der Geburt in Obhut genommen."

Wird Ben aus dem Kindbett gerissen? "Zu Inobhutnahmen ist das Amt für Jugend und Familie nur dann befugt und verpflichtet, wenn eine Verständigung nicht möglich ist, das Kindeswohl gefährdet und kein anderes Mittel zur Abwendung geeignet ist", so das Rathaus.

Oma Bärbel Triebel (69) würde sich um Nelly (14) und den kleinen neuen Erdenbürger gerne kümmern.
Oma Bärbel Triebel (69) würde sich um Nelly (14) und den kleinen neuen Erdenbürger gerne kümmern.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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