Drei Kirchen tragen seinen Namen: So hat Luther einst Chemnitz reformiert

Dr. Stefan Thiele (35) ist Kurator der Sonderausstellung „Der neue Glaube und 
die Kunst“, die das Schlossbergmuseum zeigt.
Dr. Stefan Thiele (35) ist Kurator der Sonderausstellung „Der neue Glaube und die Kunst“, die das Schlossbergmuseum zeigt.  © Peter Zschage

Chemnitz - Chemnitz als Luther-Stadt? Gleich drei Kirchen tragen den Namen des Reformators.

Wie der Wandel sich vor 500 Jahren vollzogen hat, zeigt seit Sonntag eine neue Sonderausstellung im Schlossbergmuseum.

Der Schein trügt: Zwar hat Chemnitz gleich drei Luther-Kirchen. Das Großereignis vollzog sich ab 1517 jedoch eher nach Vorschrift. „Es gab keine Thesenanschläge oder Bilderstürme“, sagt Dr. Stefan Thiele (35), der Kurator der neuen Ausstellung „Der neue Glaube und die Kunst“.

„Der Wandel vollzog sich allmählich. Das Alte, die katholische Religion, wurde nicht mit eisernem Besen ausgekehrt“, so Museumleiter Uwe Fiedler (56). Insgesamt 70 Exponate - von Plastiken über Tafelmalerei bis zu Schmuckgegenständen - zeugen vom Großereignis Reformation.

Erstmals öffentlich zu sehen sind Flugschriften, auf denen eine Predigt von Martin Luther (1483-1546), die er 1519 in Leipzig hielt, in Chemnitz verbreitet wurde. Flyer kündeten also vom Neuen. Die erste lutherische Messe wurde am 10. April 1539 in der Jakobi-Kirche gehalten.

Das Schlossbergmuseum ist ein passender Ort für die Reformations-Ausstellung: Denn einst stand hier das Benediktinerkloster. Die Mönche wehrten sich kaum gegen den neuen Glauben. 1540 wurde das Kloster aufgelöst. Anders die Franziskaner. Deren Kloster stand auf dem heutigen Getreidemarkt: „Die Mönche zogen geschlossen aus der Stadt“, so Kurator Stefan Thiele. tor

Die Ausstellung „Der neue Glaube und die Kunst“ ist bis zum 28. Mai im Schlossbergmuseum zu sehen.

Eine Art Buch am schmiedeeisernen Grabkreuz erzählt vom Leben des 
Verstorbenen. Eines von 70 Ausstellungsstücken.
Eine Art Buch am schmiedeeisernen Grabkreuz erzählt vom Leben des Verstorbenen. Eines von 70 Ausstellungsstücken.  © Peter Zschage

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