Gefeuerte Unioner sollen wieder arbeiten, für weniger Geld und weniger Urlaub

Chemnitz - Erst rausgeschmissen, jetzt wieder heiß umworben: Nach Schließung der Union Maschinenfabrik "jagt" die Konzernzentrale in Siegen ehemalige Union-Mitarbeiter mit Headhuntern. Ziel: Sie sollen am Herkules-Standort in Meuselwitz neu anfangen - für weniger Geld als in Chemnitz.

Sauer auf Ex-Arbeitgeber: Jörg Friemel (35).
Sauer auf Ex-Arbeitgeber: Jörg Friemel (35).  © privat

Zum Jahresende machte Herkules die älteste Maschinenfabrik von Chemnitz nach 167 Jahren dicht. Doch die Produktion wird weiter gebraucht, ebenso die Mitarbeiter.

Nach ersten Stellenanzeigen schreibt eine Personalberatung Ex-Unioner jetzt direkt an, macht ihnen ganz persönlich einen Job in Thüringen schmackhaft. Für Ex-Betriebsrats-Chef Uwe Friemel (35) eine Frechheit: "Die Schließung der Union war unnötig. Jetzt hat der Konzern Druck, weil die Produkte fehlen."

Zwar deutet der Personaldienstleister einen neuen Job "zu verbesserten Konditionen" an. Doch Uwe Friemel sagt: "Die Union war tarifgebunden. Nach einem Wechsel gibt es weniger Geld und weniger Urlaub."

Zudem müssten Mitarbeiter ihre Abfindung zurückzahlen.

Ein Headhunter will die Ex-Mitarbeiter der Maschinenfabrik Union anheuern.
Ein Headhunter will die Ex-Mitarbeiter der Maschinenfabrik Union anheuern.  © Maik Börner

Titelfoto: Maik Börner

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