Attacke im Fußgängertunnel: Zehn Verletzte bei Massenschlägerei in Chemnitz

Chemnitz - Bei einer Massenschlägerei im Fußgängertunnel im Heckertgebiet wurden zehn Jugendliche verletzt. Die Polizei ermittelt auch wegen Landfriedensbruchs.

Im Fußgängertunnel in der Stollberger Straße hat es eine Schlägerei mit zehn Verletzten gegeben.
Im Fußgängertunnel in der Stollberger Straße hat es eine Schlägerei mit zehn Verletzten gegeben.  © Harry Härtel/Haertelpress

Wie die Polizei Chemnitz am Sonntag mitteilt, alarmierte eine Anwohnerin von der Paul-Bertz-Straße in der Nacht zu Samstag die Polizei, weil mehrere Personen in dem Fußgängertunnel unter der Stollberger Straße Radau machten. Auch "Sieg Heil"-Rufe seien laut Aussage der Zeugin zu hören gewesen.

Als die Polizei an dem Tunnel eintraf, waren noch 15 Personen (8 x weiblich, 7 x männlich) im Alter von 15 bis 26 Jahren vor Ort. Von den 14 Deutschen und einem Ungar waren insgesamt zehn verletzt.

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"In den Erstbefragungen der Geschädigten gaben diese an, dass sie kurz vor Eintreffen der Polizisten von einer Gruppe von bis zu 15 ihnen unbekannten Personen angegriffen, geschlagen und getreten wurden. Eine ärztliche Behandlung lehnten jedoch alle Verletzten ab" so ein Sprecher der Polizei Chemnitz.

Die Polizei leitete eine Fahndung ein, um nach den unbekannten Angreifern zu suchen. In der Nähe des Fußgängertunnels stellten sie schließlich vier Männer (35, 38, 45, 49) fest.

Fußgängertunnel soll abgerissen werden

Die Deutschen wurden vorläufig festgenommen und aufs Revier gebracht. Noch in der Nacht wurden umfangreiche Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs aufgenommen. Der Tatverdacht richten sich derzeit gegen alle vier Männer und einen weiteren Deutschen (24), der im Rahmen der Ermittlungen bekannt wurde.

Am Samstagabend durften die Verdächtigen die Dienststelle wieder verlassen. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist nicht von einem politischen Motiv für den Angriff auf die 15 jungen Leute auszugehen, wobei die genauen Hintergründe weiterhin durch das ermittlungsführende Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion geprüft werden. Ebenso Gegenstand der Ermittlungen ist unter anderem, aus welcher Gruppe heraus die 'Sieg Heil'-Rufe im Fußgängertunnel skandiert wurden", so die Polizei.

Der Fußgängertunnel verbindet das Wohngebiet nördlich der Stollberger Straße mit dem Einkaufszentrum und dem südlichen Wohngebiet, wird aber heute kaum noch genutzt. Erst vor wenigen Tagen gab die Stadtverwaltung bekannt, dass die Anlage abgerissen werden soll, weil sie immer mehr zum Tummeplatz für Vandalen geworden ist (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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