So schlecht steht's um unsere Straßen

Jede dritte Straße ist total kaputt, bekommt die Note 5. Krater wie an der 
Ecke Chopin-/Lützowstraße gehören zum Autofahrer-Alltag.
Jede dritte Straße ist total kaputt, bekommt die Note 5. Krater wie an der Ecke Chopin-/Lützowstraße gehören zum Autofahrer-Alltag.  © Maik Börner

Chemnitz - Gut geflickt ist nicht wie neu: Der schlechte Zustand unserer Straßen treibt vor allem Autofahrern die Zornesröte ins Gesicht. Weil das Rathaus mit Uralt-Zahlen hantiert, platzt nun auch den Stadträten langsam der Kragen.

„Im April wurden keine Löcher geflickt, weil es zu kalt war. Im Juli war es zu heiß“, schimpft Stadträtin Almut Patt (49, CDU).

„Jetzt ist es bald wieder zu kalt, um Straßen auszubessern.“ Was sie empört: Der Straßenzustandsbericht ist zehn Jahre alt. „Da fühle ich mich veralbert.“

Baudezernent Michael Stötzer (44, Grüne) räumt ein: „Für die Zustandserfassung wird auf die Datenbank aus den Jahren 2006/07 zurückgegriffen.“

CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (50) schätzt den Investitionsrückstau bei 860 Kilometern Straßenlänge auf 65 Millionen Euro.

Baudezernent Michael Stötzer (44, Grüne) operiert mit einem zehn Jahre alten 
Straßenbericht.
Baudezernent Michael Stötzer (44, Grüne) operiert mit einem zehn Jahre alten Straßenbericht.  © Uwe Meinhold

Laut Statistik ist jede dritte Gemeindestraße so desolat, dass sie erneuert werden müsste (Zustandsnote 5).

Seit 2013 soll das Rathaus den Straßenbericht erneuern. Stadträte warten bis heute. „Das Tiefbauamt bemüht sich um einen objektiven Bericht“, so Kämmerer Sven Schulze (44, SPD).

Viele Bürger reagieren stinksauer. Nadine Oettel (28) aus der Heinrich-Beck-Straße sagt: „Meine Eltern fahren nicht mehr zu mir, weil sie Angst um ihr Auto haben.“

Über einen Riesenkrater in der Chopinstraße schimpft ein Autofahrer (27): „Katastrophe!“ An Schönaus Villenhügel sind die Häuser edel, doch die Straßen ein Flickenteppich.

Anwohnerin Margit Fischer nennt ihre Guerickestraße „einen Ackerweg, der jedes Jahr schlimmer wird“.

Nadine Oettel (28) aus der Heinrich-Beck-Straße hat die Nase voll von den 
löchrigen Straßen.
Nadine Oettel (28) aus der Heinrich-Beck-Straße hat die Nase voll von den löchrigen Straßen.  © Maik Börner

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