Kein Geld mehr! Verkehrswächter müssen Fahrradkurse absagen

Mittweida/Chemnitz - Im alten Landkreis Mittweida gibt es dieses Jahr an keiner der 28 Grundschulen eine Fahrradprüfung. Betroffen sind 900 Viertklässler.

Verkehrswacht-Vorstand Werner Hoffmann (81) ist sauer: Die Experten mussten bereits erste Kurse absagen.
Verkehrswacht-Vorstand Werner Hoffmann (81) ist sauer: Die Experten mussten bereits erste Kurse absagen.  © Klaus Jedlicka

Die Verkehrswacht kann die Fahrrad-Ausbildung nicht mehr absichern. Hintergrund: Polizisten dürfen nach einer Anweisung des Innenministeriums die Fahrzeuge der Mobilen Verkehrsschulen nicht mehr fahren.

"Und wir haben keine Leute, die diese Aufgabe übernehmen könnten", sagt Verkehrswacht-Geschäftsführer Werner Hoffmann (81). "Das Innenministerium hat vergessen, dass wir ehrenamtlich arbeiten."

Während die Chemnitzer Verkehrswacht die Fahrradausbildung bis Jahresende mit Personal absichert, das aus Rücklagen bezahlt wird (TAG24 berichtete), ist das in Mittweida nicht möglich. "Die Ausbildung findet an hundert Tagen im Jahr statt. Das ist kein Job, von dem man leben kann. Deshalb ist es schwierig, geeignete Personen zu finden. "

Ein Treffen von Vertretern aller regionalen Verkehrswachten und des Innenministeriums in Dresden sollte die prekäre Situation entschärfen: "Uns wurde zugesagt, dass zusätzliche Mittel in den nächsten Doppelhaushalt eingestellt werden. Doch Geld wird frühestens im Dezember fließen", so Franklin Stöckel (50), Vorstand der Chemnitzer Verkehrswacht. "Wenn es länger dauert, können auch wir den Unterricht nicht mehr absichern."

Eine Lösung für Geld und Personalprobleme wären zentrale Verkehrsschul-Plätze, wie jetzt auch in Chemnitz angedacht. "Doch bis so ein Platz gebaut ist, werden zwei, drei Jahre vergehen", so Stöckel.

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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