Sensationsfund in Chemnitz: Ältester Saurier Deutschlands entdeckt

Chemnitz - Wie das Museum für Naturkunde Chemnitz am Mittwoch mitteilt, gab es einen sensationellen Fund in Chemnitz. Es handelt sich um den bisher ältesten Saurier Deutschlands.

Die Knochen sind als Abdruck in einem feinen Sandstein erhalten.
Die Knochen sind als Abdruck in einem feinen Sandstein erhalten.  © Ralf Werneburg

Wie es weiter heißt, war der Saurier von Chemnitz-Glösa ein See-Bewohner des Unteren Karbons.

Die A4 bekam von 1998 bis 2003 eine neue Ausfahrt bei Glösa. In dieser Zeit fanden Geologen der TU Bergakademie Freiberg und des Museums für Naturkunde Chemnitz bei gemeinsamen Ausgrabungen im Jahr 2001 neben Überresten von Pflanzen, Skorpionen und Haien auch sogenannte Koprolithen ("Kotsteine") gefunden. Doch einer dieser Funde von Geologe Uwe Hofmann erwies sich als etwas komplett anderes.

Als sich Professor Dr. Jörg W. Schneider Jahre später das Grabungsmaterials anschaute, erkannte er Schädelknochen eines Sauriers. Die Knochen wurden im Unter-Karbon gefunden, die Formation ist etwa 330 Millionen Jahre alt. Diese Saurierreste aus dem Unter-Karbon sind weltweit sehr selten und ein Fund aus Deutschland ist bis jetzt gar nicht bekannt.

Das Fossil wurde im Naturhistorischen Museum Schleusingen in Südthüringen bearbeitet. Bei dem Saurier-Fund von Chemnitz-Glösa handelt es sich um drei Schädeldach-Knochen. Diese drei Knochen gibt es bei den Menschen so nicht mehr.

Der Schädel war 13 Zentimeter lang, das ganze Tier etwa 70 bis 80 Zentimeter. Der Saurier lebte im See, das zeigt die Auswertung des Schädels. Die Knochen werden den Amphibien zugeordnet.

Diese neuen Erkenntnisse wird das Museum für Naturkunde Chemnitz in die zukünftige Dauerausstellung einbauen.

Sensationsfunde des Naturkundemuseums

Der Kurator des Chemnitzer Naturkundemuseums, Sven Erlacher, entdeckte 2017 zwei neue Schmetterlingsarten. Das eine, aus der Mongolei stammende Tier, benannte er nach dem russischen Wissenschaftler Jewgeni Beljajew. Der andere Schmetterling ist in Griechenland beheimatet und wurde deshalb nach der Region Peloponnes benannt. Die beiden sind nur wenige groß und bräunlich / weißlich gefärbt.

Vom 11. April bis zum 30. Juni 2019 ist im Naturkundemuseum Chemnitz "Familienzeit im Insektarium". Hier können die Besucher Insekten hautnah erleben und auch ein Wunderbaum kann auf kreative und phantasievolle Weise gestaltet werden. Das Insektarium feiert Jubiläum: Der 40-jährige Geburtstag wird mit mehreren Veranstaltungen in diesem Jahr gefeiert.

Bei dem Saurierfund von Chemnitz-Glösa handelt es sich um drei Schädeldach-Knochen.
Bei dem Saurierfund von Chemnitz-Glösa handelt es sich um drei Schädeldach-Knochen.  © Ralf Werneburg

Titelfoto: Ralf Werneburg

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