Einbrüche, Kneipen-Überfälle: Neue Kriminalitätswelle rollt durch Chemnitz

Chemnitz - Nadja Anschütz (36) ist fassungslos: Die Leiterin des Montessori-Kinderhauses in der Platnerstraße hat bereits den fünften Einbruch seit Ende August erlebt, davon allein vier in dieser Woche - und meistens waren Süßigkeiten im Spiel! Auch in der übrigen Stadt häufen sich diese Straftaten in jüngster Zeit wieder.

Nadja Anschütz (36) zeigt, wo die Täter einsteigen.
Nadja Anschütz (36) zeigt, wo die Täter einsteigen.  © Peter Zschage

Lange war relative Ruhe. Bis September. Die Polizei meldete in den vergangenen zwei Wochen 27 Einstiege in Wohnungen, Keller, Läden und Einrichtungen. Polizeisprecher Andrzej Rydzik (33) schränkt ein: "Einbruchszahlen schwanken im Jahresverlauf. In den ersten acht Monaten des Jahres sank die Zahl sogar gegenüber dem Vorjahreszeitraum." 2017 zählte die Polizei in Chemnitz fast 4300 Einbrüche.

Die Kripo prüft Zusammenhänge. Beim Kinderhaus sind die offensichtlich. Nadja Anschütz: "Wir vermuten denselben Täter, weil er stets mit roher Gewalt durch die Fenster eindringt. Einmal überraschten Mitarbeiter einen jungen Einbrecher. Leider konnte er entwischen."

Erstmals kam der Täter am 20. August, klaute Technik und eine Gitarre. In dieser Woche gab es vier weitere Einbrüche. Meist stiehlt der Täter Süßigkeiten der Kinder. "Er isst die Schokolade und lässt die Verpackung liegen."

Neben Einbrüchen häufen sich ausländerfeindliche Angriffe. Neben dem jüdischen Restaurant Schalom (TAG24 berichtete) traf es dreimal das persische Restaurant "Safran" in der Promenadenstraße, zweimal die Fenster des Perser-Lokals "Schmetterling" in der Lohstraße. Der Staatsschutz ermittelt.

"Schmetterling"-Chefin Shaparak Ghanbari (31) hofft auf die Polizei: "Ich habe Angst, dass die Täter wiederkommen."

Das Montessori-Kinderhaus in der Platnerstraße ist das Dauerziel eines verfressenen Einbrechers.
Das Montessori-Kinderhaus in der Platnerstraße ist das Dauerziel eines verfressenen Einbrechers.  © Peter Zschage
Shaparak Ghanbari (31) und Jafar Hosseini Tavakoli (30) sorgen sich um die Sicherheit in ihrem persischen Lokal.
Shaparak Ghanbari (31) und Jafar Hosseini Tavakoli (30) sorgen sich um die Sicherheit in ihrem persischen Lokal.  © Maik Börner

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0