Chemnitzer Nahverkehrs-Diät sorgt für lauten Protest

Die Mittelbacher Ortschaftsräte Ursula Frischmann (67, l.) und Solveig Kempe (35) kämpfen für einen Pendelbus nach Grüna.
Die Mittelbacher Ortschaftsräte Ursula Frischmann (67, l.) und Solveig Kempe (35) kämpfen für einen Pendelbus nach Grüna.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Chemnitz stellt die Weichen für die Zukunft des Nahverkehrs. Viel Dampf im Kessel ist nicht, weil die Kassen leer sind. Am Stadtrand sorgt die Diät für Bahnen und Busse für Kritik.

Findet der Nahverkehrsplan Mittwoch im Stadtrat eine Mehrheit, gibt es Gewinner und Verlierer. Vom Halbstundentakt soll sich Euba verabschieden. Busse sollen den Stadtteil nur aller 60 Minuten ansteuern. Eine Bürgerinitiative nimmt das nicht hin, sammelte 430 Protestunterschriften.

Auch in Mittelbach formiert sich Widerstand. "Wir fordern einen Pendelbus nach Grüna", so die Ortschaftsräte Solveig Kempe (35) und Ursula Frischmann (67, beide CDU). "Wir haben keinen Supermarkt mehr."

93.000 Euro würde der Bus kosten, 143.000 Fahrgäste im Jahr ihn nutzen.

Der Stadtrat beschließt Mittwoch den neuen Nahverkehrsplan für Chemnitzer Busse und Bahnen.
Der Stadtrat beschließt Mittwoch den neuen Nahverkehrsplan für Chemnitzer Busse und Bahnen.

Der Bus soll frühestens 2020 rollen.

Einsiedel hingegen profitiert vom Nahverkehrsplan. Der Ausbau des Chemnitzer Modells und eine neue Ringbuslinie bis Berbisdorf erhöhen den Takt deutlich.

In der City soll sich am Bernsbachplatz der Umstieg von Bus auf Bahn verbessern, sagt CVAG-Sprecher Stefan Tschök (58).

Von 29 Vorschlägen aus der Bürgerschaft, die bei zwei Veranstaltungen zum Nahverkehrsplan gemacht wurden, werden nur drei berücksichtigt.

"Mehr lassen die finanziellen Rahmenbedingungen nicht zu", argumentiert die Stadtverwaltung.

Fotos: Uwe Meinhold (2), Maik Börner (1)


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