Chemnitz' berühmte Mumie kehrt wieder ins Naturkundemuseum zurück

Chemnitz - Da ist sie wieder: Nach zwei Jahrzehnten Leihgabe ist die 2500 Jahre alte ägyptische Mumie "Nis-i-Hor" aus dem Naturalienkabinett Waldenburg nach Chemnitz ins Naturkundemuseum gebracht worden.

Sammlungs-Techniker Mathias Merbitz (l.) und der Chef des Naturkundemuseums, Ronny Rößler verschließen den mit Luftpolstern ausgepolsterten Sarkophag.
Sammlungs-Techniker Mathias Merbitz (l.) und der Chef des Naturkundemuseums, Ronny Rößler verschließen den mit Luftpolstern ausgepolsterten Sarkophag.  © Andreas Kretschel

Der Umzug beschert dem exotischen Exponat neue Aufmerksamkeit. "Es gibt viele spannende Fragen, die wir gern beantworten möchten", sagt Museums-Chef Ronny Rößler (53).

So ist nicht sicher, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelte. "Der Name spricht für einen Mann. Aber es gibt widersprüchliche Überlieferungen und Gutachten. Die grazile Gestalt könnte auch auf eine Frau hindeuten." Eine Röntgenuntersuchung soll Klarheit bringen.

Das Alter der Mumie soll in den nächsten Monaten genauer bestimmt werden. Rößler: "Die überlieferten Angaben schwanken zwischen 500 und 200 vor Christus. Das muss genauer gehen."

Eine genaue Altersdatierung ist auch für den hölzernen Sarkophag geplant.

Vor dem Trans­port sta­bi­li­siert Ma­thi­as Mer­bitz Hohl­räu­me mit Wat­te und Luft­fo­lie. Lisa Schön­herr as­sis­tiert.
Vor dem Trans­port sta­bi­li­siert Ma­thi­as Mer­bitz Hohl­räu­me mit Wat­te und Luft­fo­lie. Lisa Schön­herr as­sis­tiert.  © Andreas Kretschel

Die Mumie wurde von einem Chemnitzer Kaufmann, der lange in Alexandria lebte, mit nach Sachsen gebracht und befindet sich seit 1885 im Besitz des Naturkundemuseums.

Die unverhoffte Heimkehr krempelt das Ausstellungskonzept um, das noch dieses Jahr dem Stadtrat vorgelegt werden soll. "Die Mumie ist aus sammlungshistorischer Sicht sehr interessant. Wir überlegen jetzt, in welcher Form sie den Besuchern präsentiert wird", so der Museums-Chef.

Bis dahin bleibt "Nis-i-Hor" gut verpackt im Depot.

Selbst die Fußsohlen der Mumie sind aufwendig verziert.
Selbst die Fußsohlen der Mumie sind aufwendig verziert.  © Andreas Kretschel

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