Hurra! In Chemnitz werden die Toiletten nett

An diesem Aufkleber erkennt Ihr teilnehmende Restaurants und Lokale.
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Chemnitz - Das ist ja mal nett! In Chemnitz gibt's bald mehr öffentliche Toiletten, denn Gastronomen öffnen ihre Sanitäranlagen jetzt auch für Nicht-Kunden. Das Prinzip "Nette Toilette" gibt es bereits in mehreren Städten deutschlandweit und schafft Abhilfe bei meist dringenden Bedürfnissen.

Der Chemnitz Stadtrat folgte mit großer Mehrheit einem Beschlussantrag der CDU/FDP-Fraktion. Demnach erhalten Gastronomen, die sich an der Initiative beteiligen, finanzielle Unterstützung der Stadt.

"Das Konzept sieht vor, dass Gastronomen von der Stadt eine monatliche Entschädigung von bis zu 100 Euro bekommen", sagt Eduard Jenke (38) von der CDU/FDP-Fraktion. "Der Betrag hängt von der jeweiligen Größe der Gaststätte ab. Natürlich ist das eine finanzielle Belastung für die Stadt, aber so werden auch mehr Menschen in die Innenstadt gelockt und das Zentrum wird dadurch attraktiver."

In ganz Deutschland machen bereits 200 Kommunen bei der "Netten Toilette" mit. Ursprünglich sah das Konzept der Fraktion vor, dass die Gastronomen, sofern sie sich beteiligen, von der Zahlung für die Sondernutzungen der Freisitze befreit werden. Da aber nicht jede Gaststätte solche Gebühren hat, einigte man sich nun auf die Entschädigungszahlung der Stadt.

Ein Problem bleibt aber: Der Behindertenbeirat äußerte sich vor der Abstimmung ablehnend gegenüber dem Antrag. „Für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sind barrierefreie Toiletten unerlässlich.“ Mit der „Netten Toilette“ werde aber keine einzige barrierefreie Anlage zusätzlich entstehen.

Vor der Konzeptänderung waren auch Chemnitzer Gastronomen für die Idee der "Netten Toilette". Ob sie nun auch beim neuen Vorhaben mit den bis zu 100 Euro monatlicher Entschädigung dabei sind, steht noch nicht fest. TAG24 fragt nach.


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