Zoff im Zoo: Aus für Tiger-Zucht in Chemnitz?

Gelbe und weiße Tiger im Zirkus Voyage: Tierschützer fordern ein Ende der Vorstellung.
Gelbe und weiße Tiger im Zirkus Voyage: Tierschützer fordern ein Ende der Vorstellung.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Schluss mit Zuchttigern und Tigerzucht im Tierpark Chemnitz! Das fordert der Tierschutzverein PETA aus Stuttgart.

Die Stadt solle stattdessen ausgemusterten Zirkustieren einen Altersruhesitz bieten. Die Verwaltung geht auf diesen Vorschlag gar nicht ein, verweist nur auf das drohende Aussterben des Sibirischen Tigers.

Kürzlich musste der Tierpark den Tigerkater Jantar nach langer Krankheit einschläfern lassen (TAG24 berichtete). Er wurde 1999 in Nürnberg geboren und lebte seit 2012 in Chemnitz. Hier ist der neue Tigerkater Wolodja (kam 2017 ebenfalls aus Nürnberg) nun allein.

Zuvor starben in Chemnitz die Tiger Taiga (2016), Prinz (2010) und Zeysan (2008). Prinz wurde auch im Tierpark geboren.

Für die Stadt ist die Tigerzucht ein Beitrag, um die vom Aussterben bedrohte Tierart zu erhalten, erklärte die Verwaltung auf TAG24-Nachfrage. Über einen neuen Partner für Wolodja sei aber noch nicht entschieden.

Für den Verein PETA ist die Großkatzenzucht in Zoos dagegen für die Katz. PETA-Fachreferentin Yvonne Würz: "Gezüchtete Tiger können verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden.

Sie werden in den Tierparks nur eingelagert." Stattdessen solle der Tierpark notleidende Großkatzen aus Zirkussen aufnehmen. Nach Angaben von PETA warteten dort bundesweit 150 Löwen und Tiger auf ihre Rettung.

Noch ganz verspielt: Chemnitz' einziger Tiger Wolodja kam im Dezember 2017 aus Nürnberg.
Noch ganz verspielt: Chemnitz' einziger Tiger Wolodja kam im Dezember 2017 aus Nürnberg.  © Dieter und Marion Sempf