Bitte lasst meinen Baum stehen!

Renate Otto (75) bangt um ihren Baum. Vor 14 Jahren hat sie ihn selbst gepflanzt.
Renate Otto (75) bangt um ihren Baum. Vor 14 Jahren hat sie ihn selbst gepflanzt.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz - Die neuen Pläne für die Gestaltung der City lassen viele Chemnitzer zittern. Vor allem der Umbau des Stadthallenparks stößt auf Unverständnis.

Gästeführerin Renate Otto (75) bangt um ihre „Grüne Oase“. Denn laut den Plänen der Münchner Landschaftsarchitekten „Lohrer.Hochrein“ soll diese „großzügige Durchgänge“ bekommen.

Das bedeutet: Die Bäume entlang der Brückenstraße sollen gefällt werden, damit der Blick auf den Nischel frei wird. Ein Gebäude entlang der Straße der Nationen ist ebenfalls geplant.

„Ausgerechnet auf den wunderschönen Blumenbeeten“, schimpft Renate Otto. „Da steckt so viel Arbeit drin. Nicht einmal die Landesgartenschau kann da mithalten.“

Ein besonderer Baum steht dort auch: der Rotahorn, den die Rentnerin vor 14 Jahren gepflanzt hat.

„Ich habe ihn für 1000 Mark gespendet. Jeden Tag komme ich seither dort vorbei und pflege ihn. Leider ist er etwas kränklich.“ Nun fleht Renate Otto die Stadt an: „Bitte lassen Sie den Park am Roten Turm so, wie er ist!“

Baubürgermeister Michael Stötzer (42, CDU) beschwichtigt: „Wir diskutieren lediglich Vorschläge.“ Ob der Park komplett umgebaut werde, sei ebenfalls noch nicht entschieden.

Stötzer: „Es wird keine Tabula rasa gemacht.“

Laut den neuen Pläne für den Stadthallenpark müssen die Bäume entlang der Straße der Nationen gefällt werden.
Laut den neuen Pläne für den Stadthallenpark müssen die Bäume entlang der Straße der Nationen gefällt werden.
Renate Otto spendete vor 14 Jahren 1000 Mark für das Pflanzen der Bäume.
Renate Otto spendete vor 14 Jahren 1000 Mark für das Pflanzen der Bäume.

Fotos: Uwe Meinhold, Sven Gleisberg


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