Niners Chemnitz verpassen Bundesliga-Aufstieg

Chemnitz – Freud und Leid lagen am Dienstagabend dicht beieinander. Die Niners gingen nach dem 72:78 (27:37) im fünften Play-off-Halbfinalspiel gegen die Hamburger Towers mit hängenden Köpfen in die Ehrenrunde. Der Kontrahent bejubelte derweil den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg.

Hamburgs Jannik Freese (v.l.), Andrew Barham und der Chemnitzer Malte Ziegenhagen in Aktion.
Hamburgs Jannik Freese (v.l.), Andrew Barham und der Chemnitzer Malte Ziegenhagen in Aktion.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich bin extrem enttäuscht. Wir haben diese Saison so viel geleistet, hart gearbeitet und hart gekämpft", schaute Niners-Kapitän Malte Ziegenhagen mit betretener Miene ins Leere. Sein Gesicht war gezeichnet vom Abnutzungskampf, den sich die "Orange Army" mit den Towers geliefert hatte. Unter dem linken Auge prangte ein dickes Veilchen, das sich Ziegenhagen im Spiel zuvor in Hamburg abgeholt hatte.

Die Niners wären im finalen Aufstiegsspiel beinahe auch nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, wenn sie nicht immer wieder Nerven gezeigt hätten.

"Die ersten beiden Viertel sind uns auf die Füße gefallen. Da haben wir zu viel Eins-gegen-Eins gespielt, statt mannschaftlich zu agieren. Was uns die gesamte Saison stark gemacht hat, haben wir vermissen lassen. Dadurch sind wir nie richtig ins Spiel gekommen", räumte Assistenzcoach Steven Hutchinson ein.

Trotzdem kam Chemnitz nach der Pause nochmal heran. Kavin Gilder-Tilbury verkürzte per Aley-Oop-Dunk auf 42:50 (28.), da flog fast das Hallendach davon. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fieberte mit. Der Ehrengast klatschte euphorisch, wenn die Niners trafen und ärgerte sich, wenn sie sich einen Korb fingen. Wie jeder der 3000 Zuschauer durchlebte er ein Wechselbad der Gefühle.

Nachdem Ziegenhagen zum 56:58 (33.) getroffen hatte, hätten die Chemnitzer das Momentum nutzen müssen. Sie taten es nicht! Stattdessen konterte Hamburg und zog auf 71:61 davon. "Carlton Guyton macht 28 Punkte. Ihn haben wir nie unter Kontrolle bekommen. Das darf nicht passieren", war Niners-Topscorer Ziegenhagen (18 Punkte) untröstlich.

"Vor zwei Jahren gegen Gotha und jetzt schon wieder. Es ist mir unbegreiflich, warum wir nicht in der Lage sind …", stockte ihm zum Schluss der Atem. Nach dem zweiten geplatzten Aufstiegstraum verständlich.

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