Er setzte sich gegen Nico Köhler durch: AfD stellt ultrarechten OB-Kandidaten auf

Chemnitz - Paukenschlag zur Oberbürgermeisterwahl: Nicht der selbst ernannte Kandidat Nico Köhler (44) tritt im Juni für die AfD an, sondern der Bundestagspolitiker Ulrich Oehme (59) aus Euba (TAG24 berichtete).

Überraschung: Nico Köhler (44, l.) musste Ulrich Oehme (59) zur AfD-Kandidatur für die OB-Wahl gratulieren.
Überraschung: Nico Köhler (44, l.) musste Ulrich Oehme (59) zur AfD-Kandidatur für die OB-Wahl gratulieren.  © Harry Härtel/Haertelpress

Ein Rechtsruck in der AfD, sagen Beobachter. Die nächste Überraschung könnte folgen - Köhler schließt eine Einzelkandidatur zur OB-Wahl nicht aus.

Am Sonnabend trat Ulrich Oehme auf der AfD-Versammlung im "Ballhaus" Hilbersdorf unerwartet gegen Nico Köhler an und siegte - nach TAG24-Informationen mit deutlicher Mehrheit. Oehme auf Nachfrage: "Ich wurde zuvor von Parteimitgliedern und von Pegida Chemnitz darum gebeten."

Im Bundestagswahlkampf 2017 hatte Ulrich Oehme für einen politischen Skandal gesorgt. Er warb mit "Alles für Deutschland" - eine verbotene Losung der SA aus der Nazizeit. Für die OB-Wahl liebäugelt Oehme mit einer Neuauflage: "Alles für Chemnitz".

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Oehme bereits 2017 als "ultrarechts" eingestuft. Der Bundestagsabgeordnete sieht sich selbst als Teil des Höcke-Flügels: "Wenn Sie 'Flügel' mit nationalkonservativ gleichsetzen, sage ich Ja." Dennoch traue er es sich zu, die Chemnitzer wieder zusammenzuführen. "Wir haben hier die einmalige Gelegenheit, einen AfD-OB zu stellen."

Nico Köhler nennt seine Niederlage "eine Momententscheidung der Delegierten". Seine Unterstützer ließen aber nicht locker: "Es gibt aus der Bürgerschaft den Vorschlag, dass ich allein zur OB-Wahl antrete. Das muss ich sacken lassen."

Die Nachricht sorgte in der Politik für Aufruhr. Almut Patt (51), OB-Kandidatin der CDU, hält es für "sehr bedenklich, dass die AfD einen Rechtsruck offenlegt". Susanne Schaper (42), die mutmaßlich für die Linke in den OB-Wahlkampf geht, sieht indes keinen Rechtsruck: "Die AfD ist eine rechte Partei, die kann nicht nach rechts rücken."

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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