Stadt plant freien Eintritt in Chemnitzer Museen

Chemnitz - Mit freiem Eintritt in die Museen wollen SPD, Linke und Grüne den Musentempeln mehr Besucher bescheren. Die Einrichtungen haben aber auch noch ein anderes Problem: kaum Geld für neue Ausstellungsstücke.

Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) will Museen mehr Mittel für den Ankauf neuer Stücke zur Verfügung stellen.
Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) will Museen mehr Mittel für den Ankauf neuer Stücke zur Verfügung stellen.  © Uwe Meinhold

Für Kinder und Jugendliche gibt es seit knapp zwei Jahren den kostenlosen Museumsbesuch. Jetzt sollen die Erwachsenen folgen, wünschen sich zumindest SPD, Linke und Grüne. Ihr Antrag wird heute im Stadtrat verhandelt.

Nicht tagtäglich wie der Nachwuchs, sondern einmal im Monat sollen die Tore von Kunstsammlungen, Naturkundemuseum und das Industriemuseum offen stehen. Rund 45 000 Euro würde das kosten. "In Leipzig kann man einmal im Monat ohne Eintritt ein Museum besuchen", so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Kraatz (37).

Die Kulturoffensive kommt zur rechten Zeit. 2017 musste etwa das Industriemuseum mit reichlich 45. 000 Besuchern eines der schlechtesten Ergebnisse der vergangenen Jahre hinnehmen. Selbst die Kunstsammlungen sind unter die 100 .000-Besucher-Marke gerutscht.

Rund 50 Millionen Euro pro Jahr lässt sich Chemnitz die Pflege der Kulturlandschaft kosten. "Das sind acht Prozent des Gesamthaushaltes", so Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) in seiner Kulturstrategie 2030. Dort legt er auch den Finger in eine Wunde: "Eine kontinuierliche Sammlungspolitik war in der Vergangenheit nicht möglich, da die Museen nicht über einen festen Ankaufsetat verfügten."

Das soll sich ändern: "Um den Anschluss an die Entwicklungen der Gegenwart nicht zu verlieren, sollte ein kontinuierlicher Ankauf von Werken im Bereich der Gegenwartskunst, des Expressionismus und der regionalen Kunstszene angestrebt werden." Konkrete Summen enthält die Kulturstrategie nicht.

Die Dresdnerinnen Martina Reinicke (l.) und Christiane Fuchs gestern in den Chemnitzer Kunstsammlungen. Der Stadtrat entscheidet heute, ob Museen einmal im Monat freien Eintritt gewähren.
Die Dresdnerinnen Martina Reinicke (l.) und Christiane Fuchs gestern in den Chemnitzer Kunstsammlungen. Der Stadtrat entscheidet heute, ob Museen einmal im Monat freien Eintritt gewähren.  © Kristin Schmidt
Im Industriemuseum soll neben Kunstsammlungen und Naturkundemuseum der Eintritt einmal im Monat frei sein.
Im Industriemuseum soll neben Kunstsammlungen und Naturkundemuseum der Eintritt einmal im Monat frei sein.  © Kristin Schmidt