Politiker sauer: Chemnitz tut zu wenig für Radwege

Chemnitz - Tut die Stadt Chemnitz zu wenig für Radwege? Diese Frage diskutieren Politiker und Verwaltung.

Gefährlich: Vor der Eins-Energie-Baustelle treffen sich Rad- und Autofahrer sowie Fußgänger.
Gefährlich: Vor der Eins-Energie-Baustelle treffen sich Rad- und Autofahrer sowie Fußgänger.  © Uwe Meinhold

Das Rathaus will einen neuen Radverkehrsbeauftragten einstellen, der vor allem fürs Radfahren werben soll.

Grüne und Linke protestierten schriftlich bei Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne). Sie fordern einen Planer für mehr Radwege, nicht für Marketing.

Bisher gibt es im Tiefbauamt nur eine halbe Stelle für den Radverkehr. Das wollte der Stadtrat ändern und bestimmte 1,5 weitere Stellen in dem Bereich. Doch die Stadt will vorerst keinen Radwegeplaner einstellen, sondern die volle Stelle "mit ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten" besetzen.

Der falsche Weg, schimpft Susann Mäder (35, Grüne): "Bei der Verkehrsplanung werden Radwege nicht mitgedacht. Darum haben wir gefährliche Kreuzungen, Poller auf Radwegen, Wechsel zwischen Radweg und Straße, Konflikte mit Fußgängern. Wir brauchen jemand, der Radwege aus Sicht von Radfahrern plant."

In die gleiche Kerbe schlägt Heiko Schinkitz (62, Linke): "Wir stärken den Radverkehr nicht durch mehr Öffentlichkeitsarbeit, sondern durch mehr Radwege. Da kommen wir seit Jahren planerisch nicht voran, weil die Stadt die falschen Prioritäten setzt."

Das sieht der Allgemeine Deutsche Fahrradclub schon lange so. Vorstand Thomas Lörinczy (48) fordert eine Neuausschreibung: "Wir wünschen uns jemand, der Planung und Bürgerwünsche verbindet. Dazu ist auch Marketing nötig, aber nicht nur."

Die Grünen-Stadträtin Susann Mäder (35) fordert mehr Radverkehrsplanung.
Die Grünen-Stadträtin Susann Mäder (35) fordert mehr Radverkehrsplanung.  © Kristin Schmidt
Radfahrerfalle: Zugestellte Radwege beklagt Fahrrad-Experte Thomas Lörinczy (48).
Radfahrerfalle: Zugestellte Radwege beklagt Fahrrad-Experte Thomas Lörinczy (48).  © Kristin Schmidt
Linken-Stadtrat Heiko Schinkitz (62) wünscht sich mehr Planung statt Marketing.
Linken-Stadtrat Heiko Schinkitz (62) wünscht sich mehr Planung statt Marketing.  © Uwe Meinhold

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