Chemnitzer Polizei schnappt Einbrecherkönig

Die Polizei konnte diesen Tunesier als Serieneinbrecher ermitteln.
Die Polizei konnte diesen Tunesier als Serieneinbrecher ermitteln.

Chemnitz/ Annaberg-Buchholz - Einen Ermittlungserfolg konnte die Polizei Chemnitz am Freitag vermelden: Den Beamten ging ein mutmaßlicher Einbrecher (25) ins Netz. Mit den Einbrüchen wollte der 25-Jährigen Tunesier seine Drogen- sowie Spielsucht finanzieren.

Darüber hinaus ermittelt die Polizei gegen vier weitere Verdächtige im Alter zwischen 26 und 36 Jahren (zwei Tunesier, zwei Georgier), denen jedoch nur eine geringe Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte.

Die Tatorte in Chemnitz erstrecken sich fast über das gesamte Stadtgebiet. Doch der Tatverdächtige hat nicht nur Sachen gestohlen. Bei den Einbrüchen wurde brachial vorgegangen. In der Bilanz erreicht der Gesamtsachschaden mit mehr als 24.000 Euro fast die Wertsumme der gestohlenen Sachen mit rund 28.000 Euro. Außerdem stehen auch sechs Fälle in Annaberg-Buchholz zur Rede.

Der 25-jährige Haupttäter ist für die Ermittler kein Unbekannter. Er war im vergangenen Jahr als Mitglied einer Bande an mehr als 100 Einbrüchen im Stadtgebiet Chemnitz beteiligt gewesen, wurde dafür vom Landgericht Chemnitz kürzlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Gegensatz zu den Einbrüchen vom vergangenen Jahr, wo Bandenmitglieder dank eines Zeugenhinweises auf frischer Tat gestellt und somit die Serie aufgeklärt werden konnte, stellte sich der 25-jährige Tatverdächtige diesmal selbst.

Bei einer Vernehmung in anderer Sache im April 2016 gestand er, dass er rückfällig geworden und fast täglich in Lauben eingebrochen sei.

Nun mussten die Beamten, dem Mann Tatorte und bei drei Wohnungsdurchsuchungen gefundenes
vermeintliches Diebesgut zuordnen. Den roten Faden fanden sie mit einem Einbruch in der Anlage Birkenhain in Glösa. Dort hatte der mutmaßliche Einbrecher sein Personaldokument am Tatort verloren. Später belegten auch ein Treffer in der DNA- sowie zwei in der Fingerspurdatei seine Täterschaft. Weitere Untersuchungsergebnisse stehen
noch aus.

Bei den Einbrüchen wurde alles mitgenommen, was irgendwie brauchbar erschien: Apfelpflücker, Damenbikini, Hornhautentferner, Kekse, Kaffeemaschinen, Besteck, alte Uhren, Fernseher,… Viele Sachen wurden inzwischen verkauft, andere getauscht, wie zum Beispiel vier Bohrmaschinen gegen 1 Gramm Crystal.

Bei zahlreichen Gegenständen gelang es den Ermittlern bis heute nicht, die Bestohlenen zu finden. Die Gegenstände kann man ab Freitag auf der Internetseite der PD Chemnitz einsehen. Wer etwas wiedererkennt, kann sich beim Revier Chemnitz Nordost unter revier-chemnitz-nordost.pd-c@polizei.sachsen.de oder per Telefon unter 0371/ 495808 melden.

Foto: haertelpress/ Harry Härtel


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