22 Jahre nach Zerstörung: "Scheibe" soll zurück in Posthof

Chemnitz - Zurück auf Los: Das "Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung der Stadt Chemnitz am 5. März 1945" fristet seit Jahren ein Schattendasein. Jetzt könnte die von Silke Rehberg (55) geschaffene "Gedächtnisscheibe" wiederauferstehen.

Mit dieser "Scheibe" wollte Silke Rehberg (55) an die Opfer des Bombenangriffs der Alliierten am 5. März 1945 erinnern.
Mit dieser "Scheibe" wollte Silke Rehberg (55) an die Opfer des Bombenangriffs der Alliierten am 5. März 1945 erinnern.  © PR

Geht eine zwölf Jahre dauernde Posse zu Ende? "Bei einer möglichen Neugestaltung des Platzes vor der Alten Post wäre die Wiedereinordnung des Kunstwerkes am alten Standort vorstellbar", so Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne) auf Anfrage von Stadtrat Falk Müller (42, AfD).

Silke Rehberg steht seit 1996 mit der Stadt in Kontakt. "Ich hatte das Gefühl, ich sollte hingehalten werden und die ganze Sache langsam in Vergessenheit geraten", so die 55-Jährige am Dienstag. Für die Künstlerin steht fest: "Der Platz vor der Alten Post ist der richtige Standort für das Mahnmal."

Rückblende: Die aus Münster stammende Silke Rehberg errichtete 1995 vor der Alten Post an der Bretgasse ihre "Scheibe". Das 2 mal 2,80 Meter große Mahnmal besteht aus grauem Sicherheitsglas und soll an die Opfer der Bombennacht erinnern. Kosten damals: 155.000 Mark. Im Dezember 1996 zerdepperten Autos die Scheibe. 2011 mottete das Rathaus das Mahnmal ein.

Seitdem waren mehrere Alternativ-Standorte im Gespräch wie der Jakobikirchplatz oder die Giebelwand der Kunstsammlungen. Letzteres "wurde wegen der hohen Kosten von rund 45.000 Euro zurückgestellt", so Stötzer.

Silke Rehberg (55) arbeitet an einer Plastik für ein Jesus-Modell. In Chemnitz schuf die Münsteranerin die Plastik "Engel" am Moritzhof und das 1996 zerstörte Mahnmal vor der Alten Post.
Silke Rehberg (55) arbeitet an einer Plastik für ein Jesus-Modell. In Chemnitz schuf die Münsteranerin die Plastik "Engel" am Moritzhof und das 1996 zerstörte Mahnmal vor der Alten Post.  © PR
Stadtrat Falk Müller (42, AfD) erkundigte sich im Rathaus, wie es um das zerstörte Mahnmal steht.
Stadtrat Falk Müller (42, AfD) erkundigte sich im Rathaus, wie es um das zerstörte Mahnmal steht.  © Petra Hornig
1996 zerstörte ein Auto das Mahnmal zum Gedenken an die Bombenangriffe von 1945. Im Jahr 2011 mottete die Stadt die "Gedächtnisscheibe" ein. Nun gibt es neue Hoffnung für das Kunstwerk.
1996 zerstörte ein Auto das Mahnmal zum Gedenken an die Bombenangriffe von 1945. Im Jahr 2011 mottete die Stadt die "Gedächtnisscheibe" ein. Nun gibt es neue Hoffnung für das Kunstwerk.  © Andreas Seidel

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