Zugabe bei "Drachenherz": Musical um Ehre, Verrat und Treue erobert Chemnitz

Chemnitz - Hämmernde Beats, Sprechgesang und Breakdance: Mit dem Musical "Drachenherz - Kein Platz für Helden", wagt sich das Chemnitzer Opernhaus auf ein neues Terrain. Das Premiere-Publikum am Samstag bei der Uraufführung des Stücks war begeistert.

Fred (Denis Riffel) und Woda (Ngako Keuni)
Fred (Denis Riffel) und Woda (Ngako Keuni)  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Das Musical dreht sich um eine Jugendclique, die in einer Kleinstadt lebt, gelangweilt und perspektivlos ist. Das Leben der Jugendlichen um Günni und Hagen ändert sich, als Fred auftaucht. Er ist der Sohn des Flüchtlingsheimleiters und zu seinen Freunden gehört auch Woda, ein junger Afrikaner. Mit dem haben die anderen Jugendlichen erst so ihre Probleme, nehmen ihn dann aber scheinbar mit in ihre Gruppe auf. Doch dann passiert ein Unglück.

Die zentralen Themen des Musicals von Peter Lund und Wolfgang Böhmer, das die Sage um den Drachentöter Siegfried aufgreift, sind Ehre, Verrat, Liebe und Treue. Was ein alter Hut zu sein scheint, entpuppt sich als ein ganz aktuelles Problem. Denn neben den Konflikten der Jugendlichen spielen auch Gruppenzwang, Rassismus und Vorurteile eine große Rolle. Mit zahlreichen Klischees wird der Gesellschaft dabei ein Spiegel vorgehalten. So stellt Brüning (Florentine Beyer), die einzige Frau der Clique fest: "Die wahren Mörder sind die, die nichts sagen und zusehen".

Das Stück spielt vor der tristen Fassade eines Wohnblocks, der auch in Chemnitz stehen könnte. Die Szenerie und die Stimmung werden nur durch Videoeinspielungen verändert. Auf Requisiten verzichtet Ulrike Reinhard (Bühne und Kostüm) weitestgehend. Die braucht es aber auch nicht. Denn das junge Ensemble versteht es das Publikum mitzureißen und bei jedem Song neu zu begeistern, auch mit toll choreografierten Tanzeinlagen. Für den minutenlangen Schlussapplaus, mit vereinzelten stehenden Ovationen, gab es dann auch noch eine kleine Zugabe.

"Drachenherz" ist eine Koproduktion der Theater Chemnitz und der Neuköllner Oper Berlin (Karl-Marx-Straße 131/133), in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin. Die nächste Aufführung ist am 10. März um 15 Uhr im Opernhaus (Theaterplatz 2). Karten gibt es ab 18 Euro. Ab Juni ist das Musical auch in Berlin zu sehen.

Günni (Florian Heinke, auf dem Fass stehend) und seine Clique (v.l.: Karim Plett, Johannes Krimmel, Timo Stacey (kniend) und Florentine Beyer.
Günni (Florian Heinke, auf dem Fass stehend) und seine Clique (v.l.: Karim Plett, Johannes Krimmel, Timo Stacey (kniend) und Florentine Beyer.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

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