Chemnitz im Wagner-Fieber: Standing Ovations bei "Götterdämmerung"

Chemnitz - Es ist geschafft, der Ring ist vollendet: Innerhalb eines Jahres feierten alle vier Teile von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in Chemnitz Premiere. Am Samstag bildete die "Götterdämmerung" den glanzvollen Abschluss.

Wie ein Gemälde von Edward Hopper: Siegfried (Daniel Kirch) trifft auf Gutrune (Cornelia Ptassek) und Gunther (Pierre-Yves Pruvot).
Wie ein Gemälde von Edward Hopper: Siegfried (Daniel Kirch) trifft auf Gutrune (Cornelia Ptassek) und Gunther (Pierre-Yves Pruvot).  © Theater Chemnitz/Kirsten Nijhof

In starken Bildern erzählt Elisabeth Stöppler die tragische Geschichte des Helden Siegfried: Nachdem er bei "Siegfried" den Riesen Fafner erschlagen und die Walküre Brünhilde gewonnen hat, wird er von Gunther und Hagen überlistet. Durch einen Trank verfällt er Gutrune und erobert für Gunther Brünhilde, die er selber vergessen hat. Die Walküre sinnt auf Rache und merkt zu spät, dass sie alle getäuscht wurden.

Schon beim Vorspiel der Nornen entführt Stöppler die Zuschauer in eine fesselnde, mystische Welt. Von Nebel umhüllt sehen die Schicksalsgöttinnen das nahende Ende der Götter und der Menschen. Siegfrieds Schicksal ist besiegelt. Die starke Bildsprache wird von dezenten Lichteffekten unterstützt.

Daniel Kirch begeistert das Publikum wieder als tragischer Held Siegfried und auch im restlichen Ensemble sind viele bekannte Gesichter zu sehen, wie Pierre-Yves Pruvot als Gunther (zuletzt in "Hamlet") oder Jukka Rasilainen, der nach dem "Rheingold" und "Siegfried" wieder in die Rolle von Alberich schlüpft sowie Guibee Yang, Sophia Maeno und Sylvia Rena Ziegler. Stéphanie Müther gibt eine starke, rachsüchtige Brünhilde und Marius Boloş einen mephistophelischen Hagen.

Eine ebenso starke Leistung wie die Darsteller lieferte die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo ab.

Als nach knapp sechs Stunden der Vorhang fiel, ging ein Ruck durch die Zuschauer und fast zeitgleich setzte ein frenetischer Applaus ein. Das Publikum wollte die Darsteller gar nicht wieder gehen lassen und diese das Publikum auch nicht. Sie genossen sichtlich die Anerkennung, die in stehenden Ovationen endete.

Die nächste Aufführung von der "Götterdämmerung" ist am 22. Dezember um 16 Uhr im Opernhaus (Theaterplatz 2). Karten gibt es ab 27 Euro.

Siegfried (Daniel Kirch) und Gunther (Pierre-Yves Pruvot) überwältigen durch eine List Brünhilde (Stéphanie Müther).
Siegfried (Daniel Kirch) und Gunther (Pierre-Yves Pruvot) überwältigen durch eine List Brünhilde (Stéphanie Müther).  © Theater Chemnitz/Kirsten Nijhof
Das Ende der Welt naht: Cornelia Ptassek als Gutrune.
Das Ende der Welt naht: Cornelia Ptassek als Gutrune.  © Theater Chemnitz/Kirsten Nijhof
Der Zwerg Alberich (Jukka Raislainen) und sein Sohn Hagen (Marius Boloş).
Der Zwerg Alberich (Jukka Raislainen) und sein Sohn Hagen (Marius Boloş).  © Theater Chemnitz/Kirsten Nijhof

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