Ein Traum in Weiß: Standing Ovations für "Schwanensee"

Chemnitz - Traumbilder, Intrigen und die ganz große Liebe: Am Samstag erlebte "Schwanensee" als Ballett von Eno Peci und Sabrina Sadowska in Chemnitz eine bejubelte Premiere.

Auf dem Jahrmarkt begegnen sich Siegfried (Jean-Blaise Druenne, ganz links) und Odette (Laura Costa Chaud, 3.v.r.) erstmals. Odettes Vater (Yester Mulens Garcia, 2.v.l.) unterbindet das.
Auf dem Jahrmarkt begegnen sich Siegfried (Jean-Blaise Druenne, ganz links) und Odette (Laura Costa Chaud, 3.v.r.) erstmals. Odettes Vater (Yester Mulens Garcia, 2.v.l.) unterbindet das.  © Theater Chemnitz / Nasser Hashemi

Die Schwestern Odette und Odile wachsen unter der gestrengen Hand ihres Vaters auf, der ihr Leben bestimmt. Auf einem Jahrmarkt begegnen sie dem jungen Soldaten Siegfried, der sich sofort in Odette verliebt. Doch ihr Vater unterbindet das. Siegfried muss in den Krieg und als er verwundet wird, begegnet er im Traum Odette wieder, die da eine Schwanenprinzessin ist. Jahre später treffen sie auf einer Party wieder aufeinander, doch der junge Mann verfällt Odile, die inzwischen ein gefeierter Filmstar ist. Odette ist enttäuscht und sieht ihren einzigen Ausweg im Selbstmord ...

Ballettdirektorin Sabrina Sadwoska erzählt in pittoresken, fast mythischen Bildern die Traumszenen im zweiten und vierten Akt, nach einer Choreografie von Lew Iwanow (der das Ballett Ende des 19. Jahrhunderts erst zu seinem heutigen Erfolg führte). Die Strenge des klassischen Balletts wird im ersten und dritten Akt aufgebrochen mit den heiteren Jahrmarkt- und Partyszenen, die von Eno Peci choreografiert wurden. Während am Schwanensee Tutus und die Farbe Weiß dominieren, sind die anderen Szenen farbenfroher und leichter. Trotz einer Länge von mehr als zweieinhalb Stunden ist das Ballett kurzweilig und trotz aller Tragik auch heiter.

Ein rundum gelungener Ballettabend

Laura Costa Chaud und Jean-Blaise Druenne als Odette und Siegfried.
Laura Costa Chaud und Jean-Blaise Druenne als Odette und Siegfried.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Das Ensemble, zu dem auch Ballettschüler und -studenten aus Chemnitz, Frankfurt, Dresden und Berlin gehören, ist bestens aufgelegt und liefert von der ersten Minute an eine großartige Leistung ab. Die zauberhafte Laura Costa Chaud tanzt Odette. Nela Mrazova ist die Verführerin Odile. Als Siegfried glänzt Jean-Blaise Druenne und als gestrenger Vater Yester Mulens Garcia.

Abgerundet wird die Inszenierung von der Robert-Schumann-Philharmonie, die unter der Leitung von Rodrigo Tomillo die wunderbare Musik von Peter Tschaikowsky zum Leben erweckt.

Absolut verdient gab es am Samstag für die Tänzer, Musiker und das Team ab dem ersten Vorhang Standing Ovations. Wer sich einen rundum gelungenen Ballettabend wünscht, wird bei "Schwanensee" nicht enttäuscht.

Die nächste Vorstellung am 6. April im Chemnitzer Opernhaus (Theaterplatz 2) ist bereits ausverkauft. Für die Aufführung am 13. April, 19 Uhr gibt es noch Karten ab 14 Euro.

Odile wird getanzt von Nela Mrazova.
Odile wird getanzt von Nela Mrazova.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi
Ein Traum in Weiß: "Schwanensee" im Chemnitzer Opernhaus.
Ein Traum in Weiß: "Schwanensee" im Chemnitzer Opernhaus.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Mehr zum Thema Chemnitz Kultur & Leute:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0