Hochkonjunktur in der Hölle und der Teufel haut ab, das gibt einen riesigen Spaß!

Chemnitz – Was passiert wenn der Teufel auf die Erde kommt? Es gibt einen höllischen Spaß! Den hatte auch das Publikum am Samstag bei der ausverkauften Premiere der Operette "Der Teufel auf Erden" von Franz von Suppé im Opernhaus (Theaterplatz).

Das himmlisch-höllische Gespann Rupert (Matthias Winter) und Ruprecht (Alexander Kuchinka) begeisterten das Premierenpublikum.
Das himmlisch-höllische Gespann Rupert (Matthias Winter) und Ruprecht (Alexander Kuchinka) begeisterten das Premierenpublikum.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Die Hölle hat stets Konjunktur und so ist es kein Wunder, dass vor der Pforte eine lange Schlange steht. Von Erzschurken der Weltgeschichte bis Trump sind da alle mit dabei. Doch es gibt ein Problem: Der Höllenfürst Satan ist verschwunden und so wird der Knecht Ruprecht ausgewählt den "Chef" auf der Erde zu suchen. Dabei verschlägt es Ruprecht erst ins Kloster, dann in eine Kaserne und schließlich in eine Tanzschule. Bei seiner Suche bekommt er unfreiwillig Hilfe von Engel Rupert, der seine eigentliche Bestimmung schon lange vergessen hat.

Hinrich Horstkotte (auch Bühne und Kostüm) inszeniert die Operette als fantastischen Schwank im Stil des Wiener Volkstheaters, bei dem auch Kasper und Hanswurst (in wechselnder Gestalt) nicht fehlen dürfen. Die Spielfreude des gesamten Ensembles übertrug sich schnell auf das Premierenpublikum und vor allem das himmlisch-höllische Gespann Rupert-Ruprecht konnte die Herzen im Sturm erobern.

Der Chemnitzer Publikumsliebling Matthias Winter schlüpft dabei in die Rolle von Rauschegold-Engel Rupert und als Ruprecht erobert der Österreicher Alexander Kuchinka mit seinem Wiener Schmäh die Herzen der Zuschauer. Stilecht dabei auch sein Kostüm mit Pferdefuß, Hörnern und Fledermausflügeln.

Klassische Operette mit viel Zeitkritik

Als prominente Gäste sind bei der Inszenierung Generalintendant Dr. Christoph Dittrich und Tilo Kühl-Schimmel dabei (mit Matthias Ott, g.l. und Matthias Winter, hinten).
Als prominente Gäste sind bei der Inszenierung Generalintendant Dr. Christoph Dittrich und Tilo Kühl-Schimmel dabei (mit Matthias Ott, g.l. und Matthias Winter, hinten).  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Nicht nur die Sänger konnten überzeugen, sondern auch die Robert-Schumann-Philharmonie, die unter der musikalische Leitung von Jakob Brenner spielte.

So heiter sich das Thema zu beginn anlässt, spart die Operette am Ende nicht mit Zeitkritik und erntet dafür großen Zuspruch. In der Gegenwart angekommen, stellt Ruprecht nämlich erschrocken fest, dass er sich nicht mehr verstecken braucht. Die Leute sind nur mit sich oder ihren Handys beschäftigt und interessieren sich nicht mehr für ihre Mitmenschen.

Nachdem der Vorhang gefallen war, gab es am Samstag für das begeisterte Publikum noch eine kleine Zugabe, inklusive Walzereinlage, bevor ein rund 15-minütiger Applaus losbrandete.

Die nächste Vorstellung von "Der Teufel auf Erden" ist am 4. Mai um 19 Uhr im Opernhaus. Karten gibt es ab 14 Euro.

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