So reagiert die Stadt Chemnitz auf die geplanten Bürgerstreifen

Chemnitz - Die geplanten Bürgerstreifen von Pro Chemnitz: Das Rathaus hält sich bedeckt. Politiker sehen die Schulungen kritisch.

Pro-Chemnitz-Chef Martin Kohlmann.
Pro-Chemnitz-Chef Martin Kohlmann.  © Sven Gleisberg

"Die Stadt vertraut in die Zusammenarbeit mit der Polizei", so ein Rathaussprecher. Pro Chemnitz will ab Januar Bürgerstreifen schulen. Dabei geht es um Jedermannsrechte. Wer einen Täter auf frischer Tat ertappt, kann diesen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Susanne Schaper (40, Linke): "Es ist besorgniserregend, wenn rechte Verschwörer zur Selbstjustiz greifen wollen. Das verbreitet Angst, auch gerade bei den Menschen, die schon oft Zielscheibe der Nazis waren." Die Stadträtin fordert Aufklärung, Zivilcourage, "und was justiziabel ist, muss angezeigt werden".

Auch Ines Saborowski (51, CDU) sieht Bürgerstreifen kritisch. Ihr Vorschlag: "Wer sich ehrenamtlich um die öffentliche Ordnung und Sicherheit kümmern möchte, kann das doch als Angehöriger der Sicherheitswacht tun und erhält dafür eine entsprechende Ausbildung."

Die Polizei betont: "Das Gewaltmonopol liegt allein in staatlicher Hand. Es ist unsererseits nicht tolerierbar, dass selbsternannte Ordnungshüter das Recht in die eigenen Hände nehmen."

Das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" (AgR) bewertet das vorläufige Aus der Pro-Chemnitz-Demos positiv. "Aber die sind ja nicht weg und die Bürgerstreifen auch eine Gefahr", so Sabine (54) vom AgR.

Hier an der Brauhausstraße richtet Pro Chemnitz einen Bürgertreff ein, will Streifen schulen.
Hier an der Brauhausstraße richtet Pro Chemnitz einen Bürgertreff ein, will Streifen schulen.  © Uwe Meinhold

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