Pro Chemnitz fordert Ehrenbürgerwürde für den Mann, der den Russen-Panzer sprengen wollte

Chemnitz - Die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" fordert die Verleihung der Ehrenbürgerwürde für Josef Kneifel (77). Doch der ehemalige Dissident steht mittlerweile der Neonazi-Szene nahe.

Susanne Schaper (41, Linke) ist gegen den Vorschlag von Pro Chemnitz, Josef Kneifel (77) die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.
Susanne Schaper (41, Linke) ist gegen den Vorschlag von Pro Chemnitz, Josef Kneifel (77) die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.  © dpa/Matthias Rietschel

Josef Kneifel hatte am 9. März 1980 versucht, das sowjetische Panzerdenkmal an der Dresdner/Frankenberger Straße mit einer selbst gebauten Bombe in die Luft zu sprengen.

Anlässlich des 40. Jahrestags reichte Pro Chemnitz einen Beschlussantrag ein: Kneifel solle die Ehrenbürgerwürde verliehen werden.

Kurios: Erst im November wollten die Rechtspopulisten den umstrittenen Russen-Panzer nach Chemnitz zurückholen (TAG24 berichtete).

"Die scheinen verwirrt zu sein. Erst wollen sie den Panzer haben - und dann den ehren, der ihn sprengen wollte", sagt Susanne Schaper (41, Linke). Wer mitten in einem Wohngebiet versuche, einen Panzer zu sprengen, nehme die Gefahr für Menschenleben in Kauf. "Wenn eine Stadt etwas nicht braucht, ist es ein Panzersprenger als Ehrenbürger. Das hat Chemnitz nicht verdient."

Ines Saborowski (52, CDU): "Damals war er ein Held, einer, der den Mut gehabt hat, sich aufzulehnen. Das darf man nicht vergessen." Aber: "Ein Ehrenbürger sollte in seiner kompletten Biografie der Sache würdig sein."

Denn Kneifel hat Kontakte zu rechtsextremen Kreisen. So hielt er im Jahr 2011 auf einer Veranstaltung der NPD im Nationalen Zentrum Leipzig einen Vortrag über seinen Anschlag.

Der T 34 wurde am 17. Juli 1991 abgebaut. Chemnitz verschenkte den Panzer als Dauerleihgabe nach Ingolstadt.
Der T 34 wurde am 17. Juli 1991 abgebaut. Chemnitz verschenkte den Panzer als Dauerleihgabe nach Ingolstadt.  © Franconia
Im Jahr 1992 nahm Panzersprenger und Neonazi-Sympathisant Josef Kneifel (77) Stasiakteneinsicht.
Im Jahr 1992 nahm Panzersprenger und Neonazi-Sympathisant Josef Kneifel (77) Stasiakteneinsicht.  © imago images/Haertelpress

Titelfoto: imago images/Haertelpress

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