Betrug in mehreren Fällen? Auto-König Weise drohen fünf Jahre Haft

Christian Weise (48, r.) mit seinem Anwalt Jan Richter (r.).
Christian Weise (48, r.) mit seinem Anwalt Jan Richter (r.).

Chemnitz - Auf der Homepage des Autohauses "Weise" steht derzeit nur ein Satz: "Wir positionieren uns neu". Seit Mittwoch positioniert sich der Chef, Christian Weise (48), auf der Anklagebank im Amtsgericht Chemnitz. Der Vorwurf: Betrug.

22 Kunden soll der renommierte Händler laut Anklage um die Anzahlungen betrogen haben. Schaden: 324.343 Euro. Weise selber stritt das am Mittwoch ab. Er sieht die Schuld bei seinen Mitarbeitern: "Menschen machen auch mal Fehler."

Seit 1991 verkaufte er Autos in Chemnitz - insgesamt rund 46.000 Stück. Firmen-Weihnachtsfeiern in der noblen Villa "Esche", strahlende Auftritte mit seiner Ex-Verlobten, dem Model Marie-Luise Wintermantel (24), am Rande vom Motorradrennen - der Chemnitzer schien es geschafft zu haben.

Anfang 2015 trudelten aber die ersten Anzeigen bei der Polizei ein. Im Juni 2015 dann der Genickbruch: Gläubigerbanken ließen rund 200 Autos vom Gelände schleppen. Ex-Mitarbeiterin Stefanie T. (29) sagte am Mittwoch: "Es kamen Anrufe von wütenden Kunden, die wissen wollten, wann sie endlich ihre Autos bekommen würden. Die Verkäufer wussten nicht mehr weiter, der Chef war oft nicht zu erreichen.“

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Ein Urteil wird Ende des Monats erwartet. Weise drohen bis zu fünf Jahre Haft.


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