Drogen und Pistole unterm Bett versteckt: Gericht gibt Dealer eine letzte Chance

Adam P. (19) kam mit Verteidiger Marcel Börger ins Gericht, kassierte eine Bewährungsstrafe.
Adam P. (19) kam mit Verteidiger Marcel Börger ins Gericht, kassierte eine Bewährungsstrafe.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Ihm drohten mindestens fünf Jahre Haft, doch für den Drogendealer Adam P. (19) endete am Dienstag ein Prozess glimpflich. Glück gehabt.

Der Fund war für die Fahnder im Juni 2016 ein Erfolg: 1141 Gramm Marihuana und eine Schreckschusspistole unterm Bett, eine Feinwaage auf dem Nachtschrank - die Drogen im Verkaufswert von rund 11.000 Euro waren futsch, Adam P. kassierte eine Anzeige wegen bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln.

In den Drogensumpf rutschte der damals 18-jährige Abiturient eher zufällig. Nach einem Streit mit seinem Vater zog Adam P. zu einem Freund. "Ich hatte kein Geld. Da boten mir zwei Bekannte an, für sie zu arbeiten." Die "Arbeit": Der Schüler sollte Marihuana bunkern. Wurde etwas gebraucht, holten die beiden Dealer die Drogen ab. Der gebürtige Tscheche legte ein komplettes Geständnis ab: "Kleine Portionen verkaufte ich selber an Freunde. Ansonsten war ich der Buchhalter." Auch sein Verteidiger Marcel Börger beteuerte: "Er war hauptsächlich der Bunkerer."

Wer die Komplizen waren, wollte der Angeklagte gestern nicht verraten: "Ich möchte nicht im Krankenhaus aufwachen."

Am Ende ließ das Gericht Milde walten - Adam P. kam mit einem Jahr Haft, ausgesetzt zur Bewährung, sowie 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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