Dreiste Bande prellte Rentner um Erspartes

Chemnitz - Es war Naivität im Spiel, Dreistigkeit und viel kriminelle Energie: Vier Mitglieder einer Sinti- und Roma-Bande mussten am Dienstag wegen Betrugs vors Landgericht. Ihre Opfer: Rentner im Osten. Der Schaden: rund 104.000 Euro.

Gerhard K. (83) fiel auf die Masche der beiden Damen herein. Jetzt bekommt er seine 45 000 Euro vermutlich wieder.
Gerhard K. (83) fiel auf die Masche der beiden Damen herein. Jetzt bekommt er seine 45 000 Euro vermutlich wieder.  © Harry Härtel / Härtelpress

Federführend waren laut Anklage Magdalena M. (64) und Bozena D. (46), im Hintergrund verwalteten deren Ehemänner Zenon D. (46) und Nikolai K. (66) die Beute.

Die Frauen fuhren durch Orte in ganz Ostdeutschland, spionierten wohlhabende Rentner aus. Ein Opfer war Gerhard K. (83): "Erst sprachen sie mich am Gartenzaun an, fragten nach einer Adresse.

Wenig später kamen sie zurück, erzählten von der Eröffnung eines Geschäfts."

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Die Frauen wickelten den Rentner um den Finger: "Sie müssten Container beim Zoll auslösen, bräuchten 20.000 Euro."

Die gleiche Summe forderten die Damen auch einen Tag später - und bekamen sie auch.

Nach weiteren 5 000 Euro wurde der Rentner stutzig und rief beim Zoll an - der Betrug flog auf.

Die Angeklagten Zenon D. (46), Bozena D. (46), Nikolai K. (66) und Magdalena M. (64, v.l.) reisten aus Berlin an, sind gegen Kaution auf freiem Fuß.
Die Angeklagten Zenon D. (46), Bozena D. (46), Nikolai K. (66) und Magdalena M. (64, v.l.) reisten aus Berlin an, sind gegen Kaution auf freiem Fuß.  © Harry Härtel / Härtelpress

In Rostock verlor Fischer Hans P. (82) 31.700 Euro, der ehemalige Lehrer Reiner J.

(75) wurde in Gera um 27.400 Euro erleichtert. Hinzu kamen weitere Opfer mit kleineren Beträgen.

Dank Gerhard K. kam die Polizei der Bande auf die Schliche, im November 2017 klickten die Handschellen.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Bei einem Deal zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigern und Gericht einigte man sich auf komplette Geständnisse und die Rückzahlung des Geldes.

Die Gegenleistung: Haftstrafen unter zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die Beute ist zum Glück noch da: Inklusive Kautionen und sichergestelltem Geld sind bei den Behörden rund 119.000 Euro hinterlegt.

Titelfoto: Harry Härtel / Härtelpress

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