Chemnitz prüft 20-Euro-Abgabe für Bus und Bahn

Sollte die 20-Euro-Flat kommen, dürften die Bahnsteige an der Zentralhaltestelle sicher voller werden.
Sollte die 20-Euro-Flat kommen, dürften die Bahnsteige an der Zentralhaltestelle sicher voller werden.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Schattenboxen oder ernsthafte Alternative? Seit der Mitteldeutsche Verkehrsverbund eine 20-Euro-Flat (Bürger-Abgabe) für öffentliche Verkehrsmittel ins Spiel gebracht hat, diskutiert ganz Chemnitz.

Und es werden erste Stimmen laut, die Idee im Rathaus zu prüfen. Es geht um 20 Euro im Monat von jedem Bürger. Vom Baby bis zum Rentner.

In der Stadtrats-Fraktion der Linken ist man begeistert. Heiko Schinkitz (58): „Eine solidarische Finanzierung ist sinnvoll. Es wäre ökologisch ein großer Fortschritt. Wir sollten das unbedingt auf politischer Ebene diskutieren.“

Unterstützung kommt von den Grünen. Stadtrat Bernhard Herrmann (48): „Wenn wir diese Idee sozial verträglich abfedern, gehört das Thema definitiv in den Stadtrat.“

Die SPD ist etwas skeptischer. Detlef Müller (50): „Sicherlich ist ein kostenloser Nahverkehr wünschenswert. Allerdings halten wir eine Zwangsabgabe für unrealistisch.“

Die CDU lehnt die Idee ab. Ines Saborowski-Richter (47): „Diese Abgabe löst die Probleme nicht.“

Helle Begeisterung hingegen in der Fraktion der Volkssolidarität/Piraten. Vorsitzender Andreas Wolf (39): „Ich persönlich kann mir das Thema sehr gut im Stadtrat vorstellen."

Und weiter: "Wenn wir die Abgabe sozial verträglich gestalten, wäre das sehr kreativ. Derzeit laufen Einwohnerversammlungen mit der Oberbürgermeisterin."

Da könne sie ja schon mal erste Stimmungsbilder unter den Chemnitzern einholen.

Foto: Uwe Meinhold


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0