Erste Instandsetzung nach 122 Jahren: So geht es mit dem Rabensteiner Viadukt weiter

Chemnitz - Im Sommer soll es endlich losgehen: Nach jahrelangem Kampf um die Sanierung des Rabensteiner Viadukts steht nun der Plan für die Arbeiten. In seiner letzten Sitzung 2019 stimmte der Chemnitzer Stadtrat für die Instandsetzung.

Die Brücke soll nach der Sanierung auch als Radweg genutzt werden. Dafür wird der Weg über das Viadukt verbreitert.
Die Brücke soll nach der Sanierung auch als Radweg genutzt werden. Dafür wird der Weg über das Viadukt verbreitert.  © Sven Gleisberg

Das Widerlager in Richtung Weißer Stein wurde bereits 2009/10 einmal instand gesetzt. "Am übrigen Bauwerk sind nach bisheriger, 122-jährigerer-Standzeit noch keine Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Insbesondere für das Stahlfachwerk sind entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen dringend notwendig, um das technische Denkmal weiter zu erhalten", teilte die Stadt in einer Beschlussvorlage für den Chemnitzer Stadtrat mit.

Eine Untersuchung ergab, dass fast alle Bauteile der Stahlkonstruktion angerostet sind.

Das rund 18 Meter hohe Viadukt ist Teil des eines Wanderweges und auch bei Spaziergängern beliebt. Zukünftig soll die Brücke auch als Radweg genutzt werden können. Der Weg soll nach der Sanierung drei Meter breit sein und die Geländer 1,30 Meter hoch.

Das soll alles bei der Sanierung gemacht werden

Das Rabensteiner Viadukt über die Oberfrohnaer Straße ist 122 Jahre alt und soll ab 2020 saniert werden.
Das Rabensteiner Viadukt über die Oberfrohnaer Straße ist 122 Jahre alt und soll ab 2020 saniert werden.  © Uwe Meinhold

Im Rahmen der Sanierung sollen stark geschädigte Teile ausgetauscht werden und der Korrosionsschutz muss vollständig erneuert werden. Für diese Arbeiten ist ein Hängegerüst über die Oberfrohnaer Straße geplant. Aber: "Für die Strahlarbeiten muss das Gerüst zum Umweltschutz komplett eingehaust werden, da die Reste der alten Farbbeschichtung aus Bleimennige-Farbe bestehen und somit als gefährlicher Abfall eingestuft werden müssen", heißt es aus dem Rathaus. Außerdem wird ein Holzlaufsteg unterhalb des Überbaus durch einen neuen Steg ersetzt und der Gehweg über das Viadukt erneuert.

Ein Highlight wird die geplante Beleuchtung: "Des Weiteren ist geplant, das Bauwerk künftig bei Dunkelheit von vier LED-Strahlern zu beleuchten, um es touristisch attraktiver zu machen", teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Arbeiten an dem Viadukt sollen im Juni 2020 starten und rund 18 Monate dauern, die Fertigstellung ist im November 2021 geplant. Auch im Winter soll es keine Arbeitspause geben. In der Zeit wird die Brücke für Fußgänger gesperrt. Die Sanierungskosten werden derzeit auf rund 1,8 Millionen Euro geschätzt. Rund 1,5 Millionen Euro kommen dabei als Zuschuss aus Parteivermögen aus DDR-Zeiten (TAG24 berichtete).

Das Rabensteiner Viadukt wurde 1897 als Teil der Bahnstrecke Limbach-Wüstenbrand fertiggestellt. Die Bahnstrecke wurde 1950 eingestellt. Seit 1985 steht das Viadukt unter Denkmalschutz. Nachdem die Gleise abgebaut wurden, bekam die Brücke eine Stahlbetongehbahn und ein zusätzliches Geländer.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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