So viele Schulen sind in Sachsen mit Radon verseucht

Chemnitz - Seit nunmehr vier Jahren läuft an Sachsens Schulen ein freiwilliges Messprogramm zur Ermittlung der Strahlenbelastung.

Bei der gegenwärtigen Sanierung des Gymnasiums in Dresden-Plauen spielt auch der Schutz vor Radon eine Rolle.
Bei der gegenwärtigen Sanierung des Gymnasiums in Dresden-Plauen spielt auch der Schutz vor Radon eine Rolle.  © Norbert Neumann

Mit sogenannten Kernspur-Exposimetern - etwas größer als ein Rauchmelder - wird ein Jahr lang die Radon-Konzentration ermittelt. Bei über einem Drittel der Gebäude wurden Überschreitungen des Referenzwertes festgestellt.

Dabei gibt es in Sachsen ein Nord-Süd-Gefälle. Während im Erzgebirge nur fünf der 27 gemessenen Schulen unter dem Wert von 300 Bq/m³ bleiben, waren in Nordsachsen 23 von 25 Gebäuden unbedenklich. Bisher wurden 292 Schulen kontrolliert, bei 112 (38 Prozent) trat eine erhöhte Radonaktivitäts-Konzentration auf. In 199 weiteren Schulen laufen die Messungen noch.

Radon ist ein Edelgas, das im Boden beim radioaktiven Zerfall von Uran entsteht und besonders in ehemaligen Bergbauregionen auftritt. Weil es schwerer ist als Luft, ist die Konzentration in Kellerräumen und im Erdgeschoss am höchsten. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang mit Lungenkrebsrisiko nahelegen.

Bei vielen Schulen genügt es, ein Belüftungs- und Belegungsmanagement der Räume zu etablieren. Bei deutlichen Überschreitungen sind bauliche Maßnahmen angezeigt - etwa eine Abdichtung von Kellerwänden oder der Einbau einer Entlüftung.

Die regionale Belastung durch Radon wurde in Sachsen bereits detailliert erfasst. Besonders im Vogtland, im Erzgebirge und im Raum Dresden wird das Edelgas zum Problem.
Die regionale Belastung durch Radon wurde in Sachsen bereits detailliert erfasst. Besonders im Vogtland, im Erzgebirge und im Raum Dresden wird das Edelgas zum Problem.  © Freistaat Sachsen

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