Nach Reißmann-Petitionen: Initiatorin erhält Morddrohung

In Online-Petitionen wird der Rücktritt des Chemnitzer Polizeipräsidenten Uwe Reißmann (59) gefordert.
In Online-Petitionen wird der Rücktritt des Chemnitzer Polizeipräsidenten Uwe Reißmann (59) gefordert.

Von Bernd Rippert

Chemnitz – Im Internet laufen zwei Online-Petitionen gegen den Chemnitzer Polizeipräsidenten Uwe Reißmann (59). Offenbar vertragen einige Bürger aber keine Kritik an den Uniformierten. Eine Initiatorin des Protests erhielt jetzt mehrere Beleidigungen und eine Morddrohung.

Die gebürtige Meißnerin Sylvia Olbrich (38) aus Nordrhein-Westfalen fordert auf der Seite openpetition.de den Rücktritt des Polizeichefs, weil der nach den Krawallen von Clausnitz auch gegen Flüchtlinge im Bus ermittele.

Innerhalb weniger Tage unterschrieben 848 Unterstützer den Aufruf, darunter 85 aus Sachsen. Doch offenbar ruft allein die Kritik am Polizeipräsidenten erneut Krawallmacher auf den Plan.

Sylvia Olbrich: "Ein Mann mit sächsischem Dialekt rief mich an und drohte konkret ,Ich bring‘ Dich um!‘.

Andere beleidigten mich am Telefon oder per Mail, beschimpften mich als ,kleine lächerliche Witzfigur‘. Für mich geht vor allem die Bedrohung zu weit. Darum habe ich Anzeige gegen den Anrufer erstattet."

Die in Nordrhein-Westfallen bei den Grünen und in der Flüchtlingshilfe engagierte Exil-Sächsin weiß, dass eine Online-Petition nicht sehr wirkungsvoll ist. "Aber immerhin kann sie ein demokratischer Weckruf sein um zu sagen: Hallo, hier läuft was schief."

Auch inhaltlich steht Sylvia Olbrich zu ihrer Online-Petition: "In der aufgeheizten Situation in Clausnitz hätte die Polizei mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen."

Die Vorkommnisse in ihrem Heimatland stimmen die Meißnerin traurig: "Sachsen ist ein so tolles Land und wird jetzt so negativ gemacht. Sehr schade."

Fotos:Uwe Meinhold, Screenshot:open petition


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