Roter Knopf soll das Rathaus gegen rabiate Bürger schützen

Chemnitz - Das Rathaus als Festung: Büros "mit Bürgerkontakt" sollen sicherer werden - mittels Alarmknopf unterm Tisch.

Steuer-, Kassen- und Sozialamt haben bereits einen Alarmknopf. Weiterer Bedarf wird derzeit ermittelt.
Steuer-, Kassen- und Sozialamt haben bereits einen Alarmknopf. Weiterer Bedarf wird derzeit ermittelt.  © Panchenko Dmytro

Die Stadt will ihr Alarmsystem NetAlarmPro erweitern. Auf den roten Knopf können das Kassen- und Steueramt sowie das Sozialamt zugreifen, wenn die Kundschaft rabiat wird. Anschaffungskosten: rund 4 500 Euro.

"Das Sozialamt hat darüber hinaus Bedarf für einen Ausbau der Lösung auf weitere Mitarbeiter und Bereiche bekundet", so eine Rathaussprecherin. Wie viele Mitarbeiter anderer Ämter einen Alarmknopf wollen, werde ermittelt.

Im Flyer des Unternehmens heißt es: "Ein Besucher bekommt eine für ihn negative Nachricht, die er nicht akzeptieren will. Er redet sich in Rage, steht auf und droht, aggressiv zu werden. Der Sachbearbeiter bekommt die Situation nicht mehr in den Griff und sucht nach Hilfe."

Das Rathaus rüstet auf. Büros sollen einen roten Knopf erhalten, damit die Mitarbeiter im Notfall den Wachschutz rufen können.
Das Rathaus rüstet auf. Büros sollen einen roten Knopf erhalten, damit die Mitarbeiter im Notfall den Wachschutz rufen können.  © Klaus Jedlicka

Wie oft Rathausmitarbeiter den roten Knopf benutzten, hat die Stadt bislang nicht erfasst. 2015 hatten Asylbewerber zwei Beschäftigte im Sozialamt - einmal sogar mit einem Messer - bedroht.

Den Alarmknopf wollen auch mehrere Fraktionen installieren. "Politische Debatten werden nicht selten sehr emotional geführt", sagt René Mann (51), Geschäftsführer der CDU/FDP-Fraktion. Es habe bereits einige Vorfälle gegeben, "welche bisher immer noch verbal, freundlich, aber bestimmt, gelöst werden konnten".

Pro Chemnitz verzichtet auf den roten Knopf: Es sei zwar zu mehreren "körperlichen Übergriffen" gekommen. "Deshalb sind wir daran gewöhnt, uns unseren Schutz selbst zu organisieren", so Fraktionsgeschäftsführer Benjamin Jahn (31).

Titelfoto: Klaus Jedlicka, Panchenko Dmytro


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