Stadträte wollen Projekt der Chemnitzer Parkeisenbahn retten!

Chemnitz - Anfang April sollte es endlich grünes Licht geben und nach jahrelanger Vorbereitung bei der Parkeisenbahn der Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes für 650  000 Euro beginnen. Doch wegen eines Streits um Eigenkapital stehen die Signale wieder auf Rot. Stadträte wollen das Projekt nun in letzter Sekunde retten.

Parkbahn-Chef Matthias Dietel (63) hofft, dass der Bahnhof ab Herbst gebaut werden kann.
Parkbahn-Chef Matthias Dietel (63) hofft, dass der Bahnhof ab Herbst gebaut werden kann.  © Kristin Schmidt

65.000 Euro Eigenkapital verlangt die Stadtverwaltung vom Förderverein der Parkbahn, den Rest tragen Freistaat und Kommune. "Wir können maximal 20.000 Euro aufbringen. Den Rest wollen unsere Vereinsmitglieder als Eigenleistung bei den Bauarbeiten stemmen", sagt Geschäftsführer Matthias Dietel (63). "Der Architekt hat durchgerechnet, was möglich ist. Bis zu 48.000 Euro könnten wir so erbringen."

Doch die Stadt hält nichts von der Muskelhypothek: "In einer Beratung hieß es dann, dass das Projekt anders finanziert und deshalb um ein Jahr verschoben werden müsse."

Für den Parkbahner eine Katastrophe: "Dann wackeln auch die 70 Prozent Fördermittel, die das Land beisteuern will. Denn keiner weiß, ob das Förderprogramm weitergeführt wird."

Im Planungs- und Bauausschuss stellten sich die Stadträte auf die Seite der Parkeisenbahn.

Thomas Scherzberg (56, Linke): "Der Bau darf keinesfalls verschoben werden. Der Ball liegt bei der Verwaltung. Bis zur Stadtratssitzung nächste Woche muss eine Lösung her."

Bernhard Herrmann (53, Grüne) stimmt zu: "Es wird nicht preiswerter vom Verschieben." CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (57) empfiehlt: "Das Angebot für Eigenleistungen sollten wir annehmen, aber nicht in so großem Umfang. Das restliche Geld muss aus dem Haushalt kommen."

Stadtrat Bernhard Herrmann (53, Grüne) hält nichts davon, das Projekt zu verschieben.
Stadtrat Bernhard Herrmann (53, Grüne) hält nichts davon, das Projekt zu verschieben.  © Kristin Schmidt
Die Parkeisenbahn braucht nach 65 Jahren dringend ein neues Bahnhofsgebäude.
Die Parkeisenbahn braucht nach 65 Jahren dringend ein neues Bahnhofsgebäude.  © Uwe Meinhold

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